Werbetexte aus dem Alltag: 4 positive & negative Beispiele und was du aus ihnen lernen kannst

Werbetexte aus dem Alltag: 4 positive & negative Beispiele und was du aus ihnen lernen kannst

Das Inter­net ist voll mit schlau­en Tipps für bes­se­re Texte: Schreib aktiv statt pas­siv, ver­mei­de Flos­keln, nutze Ver­ben statt Sub­stan­ti­ve. Stimmt ja auch alles. Das aber auf die eige­nen Texte anzu­wen­den, ist wie­der ein ande­rer Schnack.

Meine Tex­terkol­le­gin Jane von Klee und ich haben des­halb beschlos­sen, unse­re bis­her meist heim­lich aus­ge­leb­te Berufs­krank­heit öffent­lich zu machen: Wir ana­ly­sie­ren Texte – schlech­te und nicht ganz so schlech­te – und las­sen dich daran teil­ha­ben, was funk­tio­niert und wie es bes­ser geht.

Bereit? Dann star­te ich mit vier ganz unter­schied­li­chen Bei­spie­len und Jane ergänzt. 😉

Jane: Jawoll! 😀

 

Beispiel 1:

Mein herzliches Beileid

Hier sehen wir den Above-the-fold-Abschnitt der Start­sei­te eines Beer­di­gungs­un­ter­neh­mens. Oder wie Jane in ihrem Blog so tref­fend sagte: Der Teil, dem die Ziel­grup­pe nur 3 Sekun­den Zeit gibt, um zu über­zeu­gen.

Selbst wenn wir Ange­hö­ri­ge ver­lie­ren, führt uns der Weg oft als ers­tes zu Goog­le. Denn auch Beer­di­gungs­un­ter­neh­men haben Web­sites, mit denen sie vor Ort Kun­den fin­den wol­len. Da sind sie Dienst­leis­ter wie alle ande­ren, auch wenn ja „immer gestor­ben wird“. Ich finde nur: Das hier ist ein emp­find­li­ches Thema. Wes­we­gen man dop­pelt hin­schau­en soll­te, was man da fabri­ziert. Texte not­falls laut dem Part­ner vor­le­sen – dann hätte man sich hier ein paar Schnit­zer erspart.

Über das „Herz­lich will­kom­men“ in der Head­line will ich mich gar nicht auf­re­gen – das ist der Para­de­feh­ler, den die­ses Beer­di­gungs­in­sti­tut mit 5 Mil­lio­nen ande­ren deut­schen Web­sites teilt und der mir nur noch ein Schul­ter­zu­cken ent­lockt.

Jane: Aber ich möch­te dazu kurz was sagen. Näm­lich: Betrach­te die Start­sei­te Dei­ner Web­site als Schau­fens­ter. Und nun stell Dir vor, Du hät­test einen ganz klei­nen Blu­men- oder Kla­mot­ten­la­den in der Fuß­gän­ger­zo­ne. Wür­dest Du “Herz­lich will­kom­men” ins Schau­fens­ter tape­zie­ren? Nein, Du wür­dest die schöns­ten Geste­cke oder Klei­der prä­sen­tie­ren. Und genau dem Prin­zip funk­tio­niert die Start­sei­te auch.

Dann aber kommt ein Satz, der vor sti­lis­ti­schen und gram­ma­ti­ka­li­schen Feh­lern nur so stol­pert. Und er löst seine Erwar­tungs­hal­tung nicht auf: „Egal, ob (…)“: Ja und dann WAS?

Jane: Hmm, ich ver­mu­te, der nach­fol­gen­de Satz ist als Auf­lö­sung gemeint: Egal unter wel­chen Umstän­den der Mensch ver­stor­ben ist, wahr­schein­lich sind da jetzt Schmerz und Hilf­lo­sig­keit. Aber genau hier sehe ich das Pro­blem: Ich ver­mu­te. Bei einem guten Text ver­mu­te ich nicht, son­dern weiß.

Ablen­ken kann von die­sem ver­murks­ten ers­ten Satz nur der zwei­te Satz, bei dem ich mich noch mehr ver­schluckt habe: Der Schmerz und diese Hilf­lo­sig­keit, wenn der Vater oder die Mut­ter gegan­gen ist?

Mag ja sein, dass am häu­figs­ten erwach­se­ne Kin­der ihre Eltern beer­di­gen, aber sich dar­auf hier so fest­zu­le­gen, finde ich schon krass. Es schließt im Umkehr­schluss alle ande­ren aus, die viel­leicht die Beer­di­gung des Part­ners, eines Geschwis­ters oder des eige­nen Kin­des pla­nen müs­sen (soll’s auch geben).

Was ich noch anders gemacht hätte: Den Schmerz und die (even­tu­el­le) Hilf­lo­sig­keit anzu­spre­chen kann man machen, aber dann muss man die­sen „Pain Point“ auch auf­fan­gen. Also:

„Viel­leicht spü­ren Sie gera­de den Schmerz und die Hilf­lo­sig­keit, die einen über­kommt, wenn ein gelieb­ter Mensch gestor­ben ist. Wir vom Beer­di­gungs­in­sti­tut Dum­di­dum neh­men Ihnen des­halb so viel Orga­ni­sa­to­ri­sches wie mög­lich ab und hal­ten Ihnen in die­ser schwie­ri­gen Zeit den Rücken frei.“

Jane: Ich würde sogar noch wei­ter gehen und benen­nen, warum es sinn­voll ist, dass wir den Rücken frei haben und uns nicht um die Orga küm­mern müs­sen. Was ist das eigent­li­che Ver­spre­chen dahin­ter? Also zum Bei­spiel:

„Viel­leicht spü­ren Sie gera­de gro­ßen Schmerz und Hilf­lo­sig­keit, weil ein gelieb­ter Mensch gestor­ben ist. Wir vom Beer­di­gungs­in­sti­tut Dum­di­dum neh­men Ihnen so viel Orga­ni­sa­to­ri­sches wie mög­lich ab und hal­ten Ihnen in die­ser schwie­ri­gen Zeit den Rücken frei – damit Sie unge­stört trau­ern kön­nen.“

 

Beispiel 2:

Country-Music? That don’t impress me much

 

Die­ses Pla­kat habe ich an einer Bus­hal­te­stel­le ent­deckt. Und ich fand spon­tan, dass es mehr Fra­gen auf­wirft als Infos lie­fert.

Okay, es gibt da offen­sicht­lich einen neuen Radio­sen­der, und er spielt Coun­try-Music. Nun könn­te man ja irgend­wie ver­su­chen, das Genre ein wenig anzu­prei­sen. Lust auf Coun­try zu machen. Oder gar: eine wit­zi­ge Head­line, einen Eye­cat­cher für alle gelang­weil­ten Bus­hal­te­stel­len-Men­schen.

Viel­leicht ein gro­ßes „Howdy, Yan­kee“?

Oder „Yee-haw!“

Oder „Ber­lin heißt jetzt Nash­ville.“ (Jane: Den mag ich beson­ders!)

Oder “Dolly Par­ton! Kenny Rogers! Shania Twain! Die frühe Tay­lor Swift!“

Oder, oder, oder. Mög­lich­kei­ten, Lust aufs Banjo zu machen, gibt es unzäh­li­ge. Das schreit förm­lich nach was Locker-Lus­ti­gem.

Aber was steht hier statt­des­sen? „Radio21 hat einen neuen Bru­der.“ Hm. Ist das rele­vant für den Leser?

Und dann groß: „The Wolf“.

So heißt der Sen­der. Warum? Gibt’s da nur Geheu­le?

Erfährt man nicht.

Was macht den Sen­der so toll?

Erfährt man nicht.

Ein­fach nur „The Wolf“. Finde ich lei­der sehr banal. Auch visu­ell gibt sich das Pla­kat keine Mühe, an das Coun­try-Genre anzu­do­cken. Die Far­ben sind die der ame­ri­ka­ni­schen Flag­ge, aber das kommt ja fast schon zu sub­til daher.

Immer­hin ist noch eine Hand­lungs­auf­for­de­rung mit dabei. Sonst aber ein sehr trost­lo­ses Pla­kat. Da ent­ste­hen lei­der keine Vibes.

 

Bei­spiel 3: Come in and find out

Die­sen Stra­ßen­stop­per habe ich online ent­deckt, und zwar auf meh­re­ren Platt­for­men, weil er offen­sicht­lich gut ankommt. Hier haben wir wie­der das Mar­ke­ting-Phä­no­men „Ver­kau­fe deine ver­meint­li­chen Schwä­chen und dir flie­gen alle Her­zen zu“.

Das Set­ting: Irgend­ein Café in einem eng­lisch­spra­chi­gen Land, eine Kun­din bestellt einen Kaf­fee, fin­det ihn schei­ße und schreibt das auch so als Rezen­si­on bei Trip Advi­sor. Und das Café wirbt dann damit. Warum funk­tio­niert das, und warum fin­den wir das sym­pa­thisch? Warum wür­den wir hier trotz­dem – oder gera­de – einen Kaf­fee bestel­len?

Das Café ver­sucht nicht, das geils­te zu sein

Hier offen­bart jemand, dass er viel­leicht mal mit einem Pro­dukt dane­ben­lag und dass nie­mand per­fekt ist – das fin­den wir sofort sym­pa­thisch, lus­tig und boden­stän­dig. Mal was Ehr­li­ches! Wo man doch sonst in der Wer­bung nur mit Super­la­ti­ven und teils lee­ren Ver­spre­chen zuge­bal­lert wird.

Die Kun­din war bestimmt doof

Wer schreibt denn wirk­lich wegen eines Kaf­fees eine schlech­te Rezen­si­on bei Trip Advi­sor? Hatte die sonst nichts zu tun? Und dann auch noch gleich „der schlech­tes­te ihres Lebens“. Diese dra­ma­ti­sche Über­trei­bung wirkt lei­der unglaub­wür­dig und zickig. Wir ergrei­fen instink­tiv Par­tei für das Café.

Der Invest ist nicht gera­de ein Risi­ko

Wir reden hier von einem Kaf­fee, der ein paar Euro kos­tet. Es kann also nicht viel pas­sie­ren, wenn er wirk­lich nicht gut ist. Des­halb schreckt der Stra­ßen­stop­per nicht ab, wir bestel­len dort einen Kaf­fee und las­sen es drauf ankom­men (und sind viel­leicht sogar ein­fach neu­gie­rig).

Der Feh­ler macht sich nicht an einer Per­son fest

Was würde pas­sie­ren, wenn Jane bei Insta schrei­ben würde: „Komm und kauf mei­nen SEO-Kurs, der gar nichts taugt“? Der Invest wäre nicht nur viel zu hoch, die Feh­ler­haf­tig­keit würde sich auch an ihrer Per­son fest­ma­chen. Ein Café aber ist ein Café. Wer immer damals einen schlech­ten Kaf­fee aus­ge­hän­digt hat, bleibt gesichts­los.

Jane: Könn­te bei mir höchs­tens funk­tio­nie­ren, wenn jemand mir in einer Bewer­tung sowas schreibt wie: “Der Sup­port war viel zu viel, rich­tig ner­vig!” – also wenn jemand etwas bekrit­telt, was ande­re expli­zit suchen.

Die Mar­ke­ting­stra­te­gie ist unge­wöhn­lich

Wo sonst gibt es noch Stra­ßen­stop­per, die zu so einer ori­gi­nel­len Idee abseits der Mar­ke­ting-Norm grei­fen? Eben. Muss man sich schon trau­en. Hän­gen bleibt, was die Erwar­tungs­hal­tung sprengt.

 

Bei­spiel 4: Sagen, was Sache ist

Zum Schluss noch­mal ein Above-the-fold-Abschnitt einer Web­site, den ich posi­tiv her­vor­he­ben möch­te.

Vom Design und auch von der Text­ge­stal­tung her wirkt diese Web­site auf den ers­ten Blick eher ein­fach und unauf­ge­regt. Ein rosa Hin­ter­grund, ein Por­trät­fo­to, Head­line und Fließ­text ohne beson­de­re Her­vor­he­bung, Schnör­kel oder Zwi­schen-Head­lines. Ich ver­mu­te, die Unter­neh­me­rin hat die Web­site selbst erstellt (was bes­ser geht – aber auch deut­lich schlech­ter).

Jane: Ja, abso­lut rich­tig. Ich muss aber geste­hen: Ich hätte den Text wahr­schein­lich nicht gele­sen, wenn ich ihn zufäl­lig online gefun­den hätte, weil mir die opti­sche Struk­tur fehlt. Eine Leer­zei­le zwi­schen den Absät­zen und viel­leicht zwei Fet­tun­gen wür­den schon rei­chen, damit ich mich von dem Block nicht erschla­gen fühle.

Was mir an die­sem Abschnitt so gut gefällt, ist dass die Coach nicht den Feh­ler macht, erst­mal lang und breit von sich selbst zu erzäh­len. Und das pas­siert ganz häu­fig. Ist ja auch logisch: Uns selbst ken­nen wir am bes­ten, also stel­len wir uns auch dar, bevor wir uns damit aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, was ande­re erwar­ten könn­ten.

Tat­säch­lich geht es aber im Above the fold darum, sich in das ein­zu­füh­len, was die Ziel­grup­pe sucht. Über uns reden kön­nen wir noch an ande­rer Stel­le. Und daran wurde hier gedacht. Schon allein die Head­line ver­mit­telt sofort, um was es hier geht. Zwar kommt der Text eher nüch­tern und ohne sti­lis­ti­sche Raf­fi­nes­sen daher, aber die so viel geprie­se­nen Pain Points und Bene­fits, die wer­den hier sofort klar.

Auch im Fließ­text schafft sie es, ihre Ziel­grup­pe ein­fühl­sam abzu­ho­len.  Sie spricht ihre Lese­rin­nen direkt an, ver­setzt sich in ihre Situa­ti­on und sagt kon­kret, wie sie hel­fen kann. Keine schwur­be­li­gen Zita­te, kein „Ich-bin-seit-10-Jahren-Coach-aus-Leidenschaft“-Blubb, keine Flos­keln à la „Ich heb dich auf irgend­ein Level“.

Nein, diese Unter­neh­me­rin ist keine Web­site-Akro­ba­tin. Aber bei ihr habe ich das Gefühl: Die möch­te gestress­ten Müt­tern wirk­lich hel­fen, denn sie holt sie ein­fühl­sam ab. Cha­peau.

 

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„Lass dir nichts einreden!“ — Warum solche Texte aus der IG-Coaching-Szene gefährlich sind

Tsch­a­cka, du schaffst das, rufen dir Busi­ness- und Life-Coa­ches via Insta-Post zu und fei­ern deine Selbst­stän­dig­keit ab. Damit tun sie ver­un­si­cher­ten Neu-Unter­neh­mern aller­dings kei­nen Gefal­len.

 ***

Fan­gen wir mit einer klei­nen Auf­ga­be an: Was glaubst du, wie viele Coa­ches es in Deutsch­land gibt? Das lässt sich schnell ergoog­len und sieht Stand heute (Janu­ar 2024) so aus:

„Etwa 10.000 Busi­ness- und 40.000 Life-Coa­ches gibt es aktu­ell. Der Markt wuchs welt­weit in den letz­ten vier Jah­ren um 50 Pro­zent.“

Diese Zah­len muss man mal sacken­las­sen. Aber noch viel wich­ti­ger ist die Frage: Tau­gen die alle was? Na ja, ähn­lich wie bei Tex­tern kann sich jeder „Coach“ nen­nen, das ist kein geschütz­ter Begriff. Die Skala ist also mal wie­der sehr breit. An einem Ende zer­ti­fi­zier­te Coa­ches, die ihr Hand­werk gelernt haben und ihre Kun­den super bera­ten.

Am ande­ren Ende Coa­ches, die mal den Jakobs­weg gegan­gen sind, oder na ja den hal­ben, die Snea­k­ers waren nach ein paar Tagen durch, LOL, und die sich dadurch kom­pe­tent genug füh­len, ande­ren zu erzäh­len, wie sie ihr Busi­ness gestal­ten sol­len.

Dem­entspre­chend rui­niert sind die Begrif­fe „Coach“ und „Coa­ching“ mitt­ler­wei­le. Man muss schon sehr genau hin­schau­en, um die Qua­li­tät her­aus­zu­le­sen (z. B. durch Kun­den­stim­men, Zer­ti­fi­zie­run­gen, Abgren­zung von toxi­scher Posi­ti­vi­tät usw.).

Warum beschäf­tigt mich das? Weil der Algo­rith­mus auf Insta­gram, kurz IG, mich als freie Tex­te­rin einer Bubble zuge­ord­net hat, die mir regel­mä­ßig Coa­ching-Con­tent anzeigt. Man­che von die­sen Posts finde ich inter­es­sant. Man­che lang­wei­lig. Und man­che sehe ich sehr kri­tisch.

So und ähn­lich klin­gen sie:

Du hast dich gera­de selbst­stän­dig gemacht und jeder um dich herum hat was Intel­li­gen­tes zu sagen. Aber meist haben sie selbst keine Erfah­rung, na ja.

Habe den Mut, dei­nen Gefüh­len und Sehn­süch­ten Aus­druck zu geben!

Alle haben ihr gesagt, das geht nicht. Heute ist sie sechs­stel­lig.

Es ist dein Soul­busi­ness. Lass dir nichts erzäh­len!

Du musst genau das machen, wovon du glaubst, das kann man nicht machen

‚Das passt gar nicht zu dir‘. Hat dir das schon mal jemand gesagt? Weisst du: Das passt nur nicht in das Bild, wie dich diese Per­son sieht. Was zu dir passt, ent­schei­dest nur du ganz allei­ne.

 

Wirkt doch erst­mal recht moti­vie­rend, oder? Coa­ches oder auch Unter­neh­mer mit einer ähn­li­chen Aus­rich­tung bestär­ken ande­re Selbst­stän­di­ge, Grün­der, Free­lan­cer und Noch-Ange­stell­te, ihren Weg zu gehen und machen ihnen Mut.

Aber woher sind die sich eigent­lich so sicher?

Wenn wir Selbst­stän­di­gen sol­che Texte auf Social Media oder auch der Web­site ver­öf­fent­li­chen, dann haben wir beim Schrei­ben ja immer eine bestimm­te Ziel­grup­pe im Hin­ter­kopf.

Eine Ziel­grup­pe ist eine Grup­pe von Men­schen, die alle was gemein­sam haben oder in einer ähn­li­chen Situa­ti­on ste­cken. Ich als Tex­te­rin z. B. rich­te mein Posts an Fol­lower, von denen ich anneh­me, dass sie tex­ten ler­nen wol­len oder über­le­gen, eine Tex­te­rin zu buchen. Oft sind das ande­re Selbst­stän­di­ge, manch­mal auch ein­fach Leute, die schrei­ben inter­es­sant fin­den.

Fit­ness­trai­ner den­ken als Ziel­grup­pe aus­schließ­lich an Men­schen, die, Über­ra­schung, fit­ter wer­den wol­len. Und wer nach­hal­ti­ges Spiel­zeug her­stellt, schreibt an jeman­den, der höchst­wahr­schein­lich ein Kind Zuhau­se hat und dazu ein Bewusst­sein für Qua­li­tät.

Wir gehen also davon aus, dass Ziel­grup­pen irgend­wie homo­gen sind, denn sonst kön­nen wir sie nicht ein­heit­lich anspre­chen.

Selbst­stän­di­ge als Ziel­grup­pe sind aber eine Grup­pe, die so groß ist, dass sie eher hete­ro­gen ist. Wir neh­men an, dass sie sich vor Kur­zem, gera­de oder dem­nächst in die Selbst­stän­dig­keit wagen/gewagt haben. Sonst aber wis­sen wir nichts.

Wir kön­nen nicht sagen, ob der Post gera­de von jeman­dem gele­sen wird, der mona­te­lang an sei­nem Busi­ness­plan getüf­telt hat, alle Para­me­ter wie­der und wie­der prüft und wirk­lich Chan­cen hat, mit sei­ner Idee erfolg­reich zu sein.

Oder von jeman­dem, der ein Geschäft für Kera­mik eröff­nen will in einer Stra­ße, in der es schon drei Läden mit ähn­li­chem Geschirr gibt.

Trotz­dem wird in die­sen Posts pau­schal allen zuge­ru­fen: Du kannst das! Toll­toll­toll!

Und nicht nur das: Das Umfeld der Ziel­grup­pe wird auch noch instru­men­ta­li­siert und als Gegen­part dar­ge­stellt. Die ande­ren, das sind die doo­fen. Die wol­len einen ent­mu­ti­gen, kri­ti­sie­ren, glau­ben nicht an die Idee, machen einen klein. Dabei sind die selbst gar nicht selbst­stän­dig, pff, was wis­sen die denn schon.

Ich möch­te dazu zwei Geschich­ten erzäh­len:

Nach mei­nem ers­ten Jahr als Ange­stell­te in einer Mar­ke­ting­agen­tur war ich so gefrus­tet, dass ich über­leg­te, mich als Tex­te­rin selbst­stän­dig zu machen. An einem Abend unter­hielt ich mich dar­über mit zwei Freun­din­nen bei einem Glas Wein. Die eine fand meine Idee super und befeu­er­te meine Gedan­ken. Die ande­re riet mir ab. Sie fand das nach nur einem Jahr Berufs­er­fah­rung viel zu früh.

Aus ganz unter­schied­li­chen Grün­den habe ich mich dann erst acht Jahre spä­ter selbst­stän­dig gemacht, muss aber aus heu­ti­ger Sicht sagen: Die kri­ti­sche Freun­din hatte recht. Ich wäre kra­chend geschei­tert.

Eine ande­re Freun­din von mir wie­der­um über­leg­te nach dem Abi, Ägyp­to­lo­gie zu stu­die­ren. „Oh, so ein inter­es­san­tes Fach!“, applau­dier­te ihre Mut­ter, „mach das!“ Nach dem Stu­di­um fand meine Freun­din einen Job im Muse­um. Gehalt? Reich­te kaum für die Miete. „Ich hätte mich bes­ser infor­mie­ren sol­len“, ärger­te sie sich mehr­mals. „Nur ‚inter­es­sant‘ reicht halt nicht.“

Men­schen müs­sen ihr gan­zes Leben lang Ent­schei­dun­gen tref­fen. Allein sind sie dabei nicht.

Es gibt Fami­lie, Freun­de, Bekann­te und Kol­le­gen, die sie dabei beglei­ten. Bera­ten. Über­le­gen. Ihren Senf dazu geben. Und natür­lich tun sie das! Wie trau­rig wäre das denn, wenn man alle Ent­schei­dun­gen mit sich selbst aus­ma­chen müss­te, statt sie mit einem Spar­rings­part­ner oder einem ande­ren lie­ben Men­schen bespre­chen zu kön­nen? Wie iso­liert wir wären.

Und wenn dabei „fal­sches“ oder kri­ti­sches Feed­back kommt? Ja nun. Ich per­sön­lich erwar­te das quasi. Ich will doch nicht, dass mir jemand nach dem Mund redet und sagt, ja klar du, mach dich selbst­stän­dig als Ener­gie­be­ra­te­rin, was Pho­to­vol­ta­ik ist, lernst du dann noch. Wem was an mir und mei­nem Glück liegt, der berät mich doch ehr­lich. Der warnt mich even­tu­ell auch. Egal, ob er selbst Erfah­rung mit Selbst­stän­dig­keit hat oder nicht.

Wir haben Men­schen um uns herum, die lebens­er­fah­ren sind und klug und Per­spek­ti­ven ein­neh­men, die uns ver­schlos­sen blei­ben. Warum also nicht zuhö­ren?

Wenn man jetzt nicht gera­de übelst klein gemacht wird, son­dern skep­ti­sches, aber plau­si­bles Feed­back bekommt, dann kann man das aus­hal­ten und sich damit aus­ein­an­der­set­zen. Ohne gleich in die all­seits so belieb­te Opfer­rol­le zu schlüp­fen. Oh Gott, jemand springt bei mei­ner Idee nicht vor Begeis­te­rung im Drei­eck, wie gemein, wie gemein.

Tat­säch­lich schei­tern mehr als 80 Pro­zent* aller Start­ups inner­halb von drei Jah­ren, eini­ge Zah­len gehen auch von mehr aus.

Wo wird das denn in den Posts erwähnt? Erfol­ge wer­den laut und offen­siv gefei­ert. Schei­tern fin­det laut­los statt.

Selbst­stän­dig­keit ist eben nicht der hei­li­ge Gral, der zur Erlö­sung führt und aus­ge­spielt wer­den muss gegen die Fest­an­stel­lung, die kli­schee­haft jede Selbst­ver­wirk­li­chung ver­hin­dert. Eine Fest­an­stel­lung bie­tet Sicher­heit, Kon­ti­nui­tät, nette Kol­le­gen und Sozi­al­leis­tun­gen, die es in der Selbst­stän­dig­keit nicht gibt. Trotz­dem tun Coa­ches gern so, als sei der Schritt ins Unter­neh­mer­tum der Wahr­heit letz­ter Schluss. Sto­rytel­ling, Hel­den­rei­se, all in.

Warum also ermu­ti­gen man­che Coa­ches dann pau­schal alle zur Selbst­stän­dig­keit und skiz­zie­ren „die ande­ren“ als bösen Gegen­pol? Natür­lich, um zu mani­pu­lie­ren und selbst bes­ser dazu­ste­hen. Huhu. Ich seh‘ das wie du. Ich bin dein Ver­bün­de­ter. Ich geb dir ein gutes Gefühl, ich glau­be an dich, ich moti­vie­re dich. Bei mir bist du bes­tens auf­ge­ho­ben. Ach ja und buch mich.

Aber was könn­ten Coa­ches denn statt­des­sen auf IG sagen?

Ich weiß nicht, wie du das emp­fin­dest, aber ich würde einem Coach viel eher ver­trau­en, wenn er zurück­hal­ten­der wäre und sich nicht von vorn­her­ein fest­le­gen würde.

Gute Coa­ches…

  • sind sich der Viel­falt der Selbst­stän­di­gen als Ziel­grup­pe bewusst und ver­zich­ten auf pau­scha­le Ermu­ti­gun­gen
  • reflek­tie­ren ihre Texte und wis­sen um die Ver­ant­wor­tung, die mit ihren Wor­ten ein­her­geht
  • schaf­fen auf IG Raum für rea­lis­ti­sche Betrach­tun­gen, sodass (ange­hen­de) Unter­neh­mer infor­mier­te Ent­schei­dun­gen zu den Coa­chings tref­fen kön­nen

Nur so kön­nen sie ihrer Ziel­grup­pe wirk­lich hel­fen, ihre indi­vi­du­el­len Wege erfolg­reich zu gehen. Und dafür sind Coa­ches doch eigent­lich da wink.

 

 

*Deut­scher Start-Up Moni­tor

 

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Heldenreise in Storytelling und Marketing: Tut das jedes Mal not?

Heldenreise in Storytelling und Marketing: Tut das jedes Mal not?

Die Hel­den­rei­se wird gern benutzt, um Über-mich-Sei­ten zu tex­ten und sich als Selb­stän­di­ger nah­bar zu machen. Das ist okay – wenn es nicht erzwun­gen wirkt.

                                                                      ***

 

Bist du Unter­neh­mer und hast schon mal von der soge­nann­ten „Hel­den­rei­se“ gehört? Das ist ein Begriff aus dem Mar­ke­ting, mit dem gemeint ist, dass du eine fes­seln­de Geschich­te erzählst.

Du kennst das bestimmt aus Fil­men und Büchern, wo der Held ein Aben­teu­er durch­läuft und die Geschich­te in bestimm­te Pha­sen auf­ge­teilt wird. Harry Pot­ter, Luke Sky­wal­ker, Bilbo Beut­lin – alle Hel­den, alle auf der Reise.

Über­tra­gen auf die Selbst­ver­mark­tung von Unter­neh­mern und Solo-Selb­stän­di­gen bedeu­tet das, den eige­nen Wer­de­gang als Story mit Aufs und Abs dar­zu­stel­len. Du weißt ja:

Wenn es darum geht, direkt mit Men­schen zusam­men­zu­ar­bei­ten und es also auf Sym­pa­thie und die rich­ti­ge Che­mie ankommt, muss man irgend­wie mit der Ziel­grup­pe bonden. Und die Hel­den­rei­se scheint auf den ers­ten Blick der Schlüs­sel dafür zu sein:

Emotionale Anziehungskraft

Dank der Hel­den­rei­se kön­nen sich deine Kun­den emo­tio­nal mit dir ver­bin­den. Durch die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dir tau­chen sie stär­ker in deine Bot­schaft ein.

Storytelling

Men­schen lie­ben Geschich­ten. Mit der Hel­den­rei­se kannst du deine per­sön­li­che Geschich­te, die Her­aus­for­de­run­gen und dei­nen Erfolgs­weg prä­sen­tie­ren. Das macht die Infor­ma­tio­nen leich­ter ver­dau­lich und ein­präg­sa­mer.

Überzeugungskraft

Held zu sein hilft dir, das Ver­trau­en der Kun­den in dich auf­zu­bau­en. Indem du dei­nen eige­nen Wer­de­gang und die Ent­wick­lung als Reise dar­stellst, zeigt du, dass du die Her­aus­for­de­run­gen über­wun­den hast und dei­nen Kun­den bei deren eige­nen Her­aus­for­de­run­gen hel­fen kannst.

Klarheit und Struktur

Die Hel­den­rei­se bie­tet dir eine klare Struk­tur für die Kom­mu­ni­ka­ti­on von Bot­schaf­ten: Du kannst das, was du sagen willst, ein­fach in einer logi­schen Rei­hen­fol­ge prä­sen­tie­ren, sodass deine Web­site effek­ti­ver wird.

Einzigartigkeit

Alleinsg­tel­lungs­merk­mal? Na ja. Aus der Masse an Mit­be­wer­bern her­aus­ste­chen kön­nen wir heut­zu­ta­ge eigent­lich nur noch durch unse­re Per­sön­lich­keit. Und die trans­por­tierst du durch deine indi­vi­du­el­le Hel­den­rei­se, weil sie natür­lich auf dei­nen urei­ge­nen Erfah­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen basiert. So hebst du dich leich­ter von der Kon­kur­renz ab.

 

Und wie lesen sich Heldenreisen in der Praxis? Ungefähr so:

Frü­her war ich ange­stellt und damit ganz unglück­lich, ich war fremd­be­stimmt und konn­te mich nicht selbst­ver­wirk­li­chen, ich konn­te nicht mei­ner wirk­li­chen Lei­den­schaft nach­ge­hen, dann habe ich all mei­nen Mut zusam­men­ge­nom­men und mich selb­stän­dig gemacht, auch wenn alle gesagt haben du schaffst das nicht, aber ich hab mich durch­ge­kämpft, jetzt bin ich selb­stän­dig und lebe mei­nen Traum, alles ist gut und du kannst das auch haben, wenn du willst.

Klar, ich über­trei­be hier ordent­lich. Aber tat­säch­lich begeg­net einem diese Story in abge­wan­del­ter Form auf gefühlt jeder drit­ten Über-mich-Seite.

Und ja, auch auf mei­ner eige­nen Seite liest sich das so ähn­lich. Weil es so war. Was ich kri­ti­sie­re an der Hel­den­rei­se, ist dass sie zu oft an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen wirkt und wird. Du merkst beim Lesen: Aha, da hat jemand von der Hel­den­rei­se gehört und über­trägt das jetzt auf Bie­gen und Bre­chen auf die eige­ne Vita.

Es hat ein­fach nicht jeder die­sen Selbst­ver­wirk­li­chungs­trip hin­ter sich. Was ja auch über­haupt nicht schlimm ist! Es gibt es so viele ande­re Mög­lich­kei­ten, sich authen­tisch und sym­pa­thisch zu prä­sen­tie­ren.

Alternativen zur Heldenreise:

    Deine Werte

    Beschrei­be deine per­sön­li­chen Werte und die Phi­lo­so­phie, die dich jeden Mor­gen auf­ste­hen lässt. Erklä­re, warum diese Werte für dich wich­tig sind und wie sie deine Ent­schei­dun­gen und Hand­lun­gen beein­flus­sen.

    Beruf­li­che Reise

    Stel­le deine beruf­li­che Ent­wick­lung dar, ohne dich als kämp­fe­ri­schen Held zu beschrei­ben.

    Zeige dei­nen Kun­den ein­fach die ver­schie­de­nen Sta­tio­nen dei­ner Kar­rie­re, die dich geprägt haben, und erklä­re, wie du dich beruf­lich wei­ter­ent­wi­ckelt hast.

    Inter­es­sen

    Kon­zen­trie­re dich auf deine Lei­den­schaf­ten und Hob­bys. Teile mit dei­nen Lesern, was dich begeis­tert und moti­viert und wie dich das bis­her geformt hat.

    Erleb­nis­se und Lear­nings

    Erzäh­le von per­sön­li­chen Erfah­run­gen und den Lek­tio­nen, die du dar­aus gelernt hast. Das ist eine ehr­li­che und zugäng­li­che Mög­lich­keit, sich vor­zu­stel­len, ohne die tra­di­tio­nel­le Hel­den­rei­se zu ver­wen­den.

    Ziele und Visio­nen

    Erzäh­le den Lesern von dei­nen Zie­len und lang­fris­ti­gen Visio­nen. Erklä­re, was dich antreibt und wohin du dich ent­wi­ckeln möch­test, ohne dich in der Gegen­wart als „noch unvoll­endet“ dar­zu­stel­len.

    Ein­bli­cke in den All­tag

    Erzäh­le von dei­nem All­tag, um eine rea­lis­ti­sche­re und greif­ba­re­re Vor­stel­lung von dir selbst zu ver­mit­teln. Du enga­gierst dich im Ver­ein oder liebst dei­nen Gol­den Retrie­ver über alles? Auch sol­che Bei­spie­le machen nah­bar.

    Humor und Per­sön­lich­keit

    Nutze Humor und zeige deine Per­sön­lich­keit. Eine locke­re und authen­ti­sche Her­an­ge­hens­wei­se und eine natür­li­che Schrei­be kön­nen Wun­der wir­ken.

    Zita­te

    Inte­grie­re Zita­te oder Inspi­ra­ti­ons­quel­len, die dich beein­flusst haben. So kön­nen die Leser ver­ste­hen, wel­che Ideen und Werte dir wich­tig sind.

    Du siehst:

    Ver­bin­dung und Sym­pa­thie kön­nen auch ent­ste­hen, ohne dass du dich in ein heroi­sches Nar­ra­tiv zwängst. Indem du ein­fach beschreibst, was dich aus­macht und wie du arbei­test. Ganz ohne Ver­gan­gen­heits-Deep-Dive.

    Wenn sich eine Hel­den­rei­se anbie­tet, why not! Aber nicht auf Krampf. Wir müs­sen nicht alle Hel­den sein 😉.

     

     

       

       

      Werbetexte aus dem Alltag: 4 positive & negative Beispiele und was du aus ihnen lernen kannst

      Was Onlinetexte von Printtexten unterscheidet: 7 wichtige Merkmale

      Viele Unter­neh­men ver­ste­hen den Unter­schied zwi­schen Print- und Online­tex­ten nicht und über­tra­gen den schö­nen PR-Arti­kel aus dem Regio­nal­blatt 1:1 auf ihre Web­site. Autsch! Hier kom­men 7 Unter­schie­de zwi­schen on- und off­line, auf die du künf­tig ach­ten kannst

       ***

      Man­che KMU behan­deln ihren Online­auf­tritt nach wie vor stief­müt­ter­lich, las­sen den Prak­ti­kan­ten die Web­site zusam­men­bas­teln und schrei­ben „Will­kom­men auf unse­rer Web­site“ auf die Start­sei­te. Das ist nicht nur unpro­fes­sio­nell, son­dern auch scha­de um ver­schenk­te Reich­wei­te und Kun­den.

      Doch was machen Online­tex­te anders? Warum soll­test für die Web­site nicht den­sel­ben Text neh­men, der schon für den Flyer geschrie­ben wurde?

      Hier die 7 wich­tigs­ten Unter­schie­de zwi­schen On- und Off­line­tex­ten:

      1.

      Onlinetexte werden anders gelesen

      Stu­di­en haben her­aus­ge­fun­den, dass Print­tex­te hori­zon­tal, also von links nach rechts und Zeile für Zeile gele­sen wer­den. Online­tex­te aber ver­lau­fen von oben nach unten und wer­den sel­ten gele­sen, son­dern nur über­flo­gen und nach Rele­van­tem abge­scannt. Des­halb müs­sen dem Leser­au­ge Text­an­ker gebo­ten wer­den, an denen es sich ori­en­tie­ren kann – in Form von kur­zen Block­ab­sät­zen, Auf­zäh­lun­gen und Fet­tun­gen. Und mit Zwi­schen-Head­lines teilst du den Text in Sinn­ab­schnit­te ein, sodass sich der Leser „sein“ Thema schnel­ler rau­s­pi­cken kann.

      2.

      Onlinetexte sind direkt vergleichbar

      Eine gedruck­te Image­bro­schü­re kann viel­leicht ein­sam in irgend­ei­nem War­te­be­reich auf dem Tisch rum­lie­gen – ohne Kon­kur­renz, ohne Ver­gleich ohne Ablen­kung. Online aber ist die Web­site des Mit­be­wer­bers nur einen Klick ent­fernt und dein Ange­bot direkt ver­gleich­bar mit ande­ren Ange­bo­ten. Sorge also mit Top-Con­tent und span­nen­den Online­tex­ten dafür, dass der User sich für dein Unter­neh­men und dein Ange­bot ent­schei­det – und schreib immer ein biss­chen bes­ser als die Kon­kur­renz.

      3.

      Onlinetexte bekommen Feedback

      Du schreibst online etwas, und gut is‘? Nein – es gibt ein Echo. In Form von Rezen­sio­nen, Social-Media-Kom­men­ta­ren oder Bewer­tun­gen. Deine Texte und deine Dienst­leis­tung ste­hen stän­dig auf dem Prüf­stand durch die User. Das kann sich als nach­tei­lig oder als gold­wert her­aus­stel­len, je nach­dem wie gut das Ange­bot bewer­tet wird. Achte also auf eine gut abge­stimm­te Kun­den­an­spra­che und ziel­grup­pen­ge­rech­te Texte.

      4.

      Onlinetexte leben durch Verlinkungen

      Deine Unter­sei­te ist super, aber deine gan­zen ande­ren Unter­sei­ten sind es auch? Dann erleich­te­re dem User die Suche nach ver­wand­ten The­men und wei­ter­füh­ren­den Infos durch inter­ne Ver­lin­kun­gen. So sieht er, was du noch zu bie­ten hast und ver­bringt ins­ge­samt mehr Zeit auf dei­ner Web­site.

      5.

      Onlinetexte wollen sichtbar gemacht werden

      Der schöns­te Text bringt nichts, wenn er nicht gele­sen wird. Und damit er gele­sen wird, muss er gefun­den wer­den. Wie wird er gefun­den? Durch Goog­le – wenn du ihn such­ma­schi­nen­op­ti­miert, d. h. mit aus­ge­wähl­ten Key­words gespickt hast. Die Key­words wie­der­um müs­sen auf eine bestimm­te Art in den Text ein­flie­ßen, und das merkt man den Tex­ten auch häu­fig an. Die Head­line frei von der Leber weg tex­ten ist dann zwar nicht mehr mög­lich, denn der Satz muss sich ja sinn­voll um das Key­word schlie­ßen. Aber dafür wird die Web­site mit Reich­wei­te und neuen Inter­es­sen­ten belohnt.

      6.

      Onlinetexte führen ein heimliches Doppelleben

      Und zwar im Backend, wo der Text ein­ge­ge­ben wird. Dort wird das Haupt-Key­word wei­ter­ver­wen­det, im Bild­na­men, den Alt-Tags, inter­nen Links und in den Meta-Daten. Das ist die tech­ni­sche Seite der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Der Leser im Front­end sieht das alles nicht. Trotz­dem gehört es zum Online­text dazu, damit Reich­wei­te ent­ste­hen kann.

      7.

      Onlinetexte müssen nicht kreativ sein

      Wer­be­tex­te strot­zen doch vor Wort­witz und sti­lis­ti­scher Raf­fi­nes­se, oder? Nee. Nur manch­mal. Über­lass die Krea­ti­vi­tät lie­ber den gro­ßen Mar­ken, für die Wer­be­agen­tu­ren tex­ten, und der Print­wer­bung. Online ist Krea­ti­vi­tät zwar nice to have, muss aber im Zwei­fel der Funk­tio­na­li­tät wei­chen. Wenn du eine Web-Head­line tex­ten kannst, die

      1. auf den Punkt bringt, um was es geht,
      2. den Bene­fit her­aus­stellt,
      3. such­ma­schi­nen­op­ti­miert UND
      4. krea­tiv-augen­zwin­kernd ist,

      dann schreib mich unbe­dingt an und zeig mir diese Head­line. Ich möch­te dann ein Prak­ti­kum bei dir machen 😉.

      Und zum Schluss: Komm auf den Punkt, und zwar fix

      Online-User sind meist auf der Suche nach etwas Bestimm­ten und nicht gera­de gedul­dig. Schwal­lern ist also nicht ange­bracht. Setze die wich­tigs­ten Infos an den Anfang des Tex­tes. Im Mit­tel­teil fol­gen ergän­zen­de Erklä­run­gen und Details, zum Schluss die „Ach und übrigens“-Infos.

      Und wenn alles gesagt ist? Dann hat der Text sein natür­li­ches Ende gefun­den. Auch wenn er kurz ist. Unnö­ti­ges Labern wird von Lesern und Goog­len glei­cher­ma­ßen abge­straft.

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      Was ist ein guter Texter und was tut er für dein Unternehmen? 52 (teils ernst gemeinte) Antworten

      Was ist ein guter Texter und was tut er für dein Unternehmen? 52 (teils ernst gemeinte) Antworten

      Ein guter Tex­ter hilft Unter­neh­men, mehr Kun­den durch pass­ge­naue Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on zu fin­den. So weit, so banal. Aber was einen guten Tex­ter im Detail aus­macht, erzähl ich dir hier – ich soll­te es schließ­lich wis­sen 😉.

       ***

      Ein guter Texter…

      1. hilft dir, mehr Umsatz zu machen

      2. weiß, wie du deine Ziel­grup­pe erreichst

      3. erklärt dir, was man dafür tun muss

      4. tut das dann auch für dich

       

      Ein guter Texter…

      5. nimmt die DNA dei­nes Unter­neh­mens aus­ein­an­der und setzt sie wie­der zusam­men

      6. arbei­tet sich tief in dein Thema ein

      7. kann nachts im Bett sit­zend deine Unter­neh­mens­wer­te auf­zäh­len, bevor er wie­der nach hin­ten kippt und wei­ter­schläft

         

        Ein guter Texter…

        8. hilft, dir deine Stär­ken bewusst zu machen

        9. schreibt so für dich, dass sich Inter­es­sen­ten ange­zo­gen füh­len

        10. bringt dich bei Goog­le nach vorn

        11. sagt dir ehr­lich, dass „Will­kom­men auf unse­rer Web­site“ eine ganz miese Idee ist

         

        Ein guter Texter…

        12. weiß, ob eine Web­site reicht oder du auch Social Media und einen Flyer brauchst

        13. hat selbst eine Web­site, auf der er sich trans­pa­rent dar­stellt

        14. kennt den Wert eines guten Tex­tes

        15. wird daher beim Stich­wort Cent-pro-Wort-Preis die Beine in die Hand neh­men

         

        Ein guter Texter…

        16. sagt dir, dass “mit Hirn und Herz” eine Flos­kel ist

        17. „der Part­ner an Ihrer Seite“ auch

        18. „Kom­pe­tenz aus Lei­den­schaft“ auch

        19. und „Stets für Sie da“ auch

         

        Ein guter Texter…

        20. lässt dich sei­nen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len

        21. legt dann los, sodass du dich dei­nem Tages­ge­schäft wid­men kannst

        22. gibt dir zeit­nah Feed­back

        23. ist aber nicht rund um die Uhr erreich­bar

        24. befin­det sich manch­mal im Text-Tun­nel und kann dann keine Ablen­kung gebrau­chen, grum­mel

         

        Ein guter Texter…

        25. hat mal eine Wer­be­agen­tur von innen gese­hen

        26. kennt da wen, der auch was kann, Design zum Bei­spiel

        27. mag Video­calls, weil er dich zum Tex­ten mal direkt gese­hen haben soll­te

        28. fin­det für jedes Thema Key­words, die noch nicht besetzt sind

        29. baut sie so ein, dass man’s beim Lesen nicht merkt

         

        Ein guter Texter…

        30. liebt Sto­rytel­ling

        31. hasst Kom­ma­feh­ler

        32. weint bei zu vie­len Füll­wör­tern

        33. lacht über Texte von ChatGPT

        34. ist krea­tiv

        35. weiß aber, dass Krea­ti­vi­tät nicht immer gefor­dert ist

         

        Ein guter Texter…

        36. brain­stormt

        37. brieft

        38. kon­zi­piert

        39. fühlt sich ein

        40. coacht

        41. berät

        42. hört zu

        43. hakt nach

        44. hört zu

        45. hakt noch­mal nach

         

        Ein guter Texter…

        46. baut deine Kor­rek­tur­wün­sche ein

        47. ist auch nach den fer­ti­gen Tex­ten für dich da

        48. beglei­tet dich dau­er­haft, wenn du möch­test

        49. passt ver­al­te­te Texte an

        50. schaut sich deine Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on im Gesam­ten an und bricht sie dann auf ein­zel­ne Kanä­le run­ter

        51. freut sich mit dir, wenn die ers­ten Anfra­gen über die Web­site ein­tru­deln

        52. ist erreich­bar via info@textbueroblock.de 😊

         

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        Werbetexte aus dem Alltag: 4 positive & negative Beispiele und was du aus ihnen lernen kannst

        Wortpreis für Texter: Warum dieses Honorar nichts bringt

        Der Glau­be, dass frei­be­ruf­li­che Tex­ter nach Wort­preis ver­gü­tet wer­den soll­ten, hält sich nach wie vor hart­nä­ckig. Hier erklä­re ich, warum das kei­nen Sinn macht und wie es bes­ser geht, men­schen­s­kin­ners.

         ***

        Ab und zu pas­siert das dann doch mal wie­der: Ich tele­fo­nie­re mit einem Web­de­si­gner, der meine Texte für unse­ren gemein­sa­men Kun­den ein­bau­en soll, und wir kom­men ein biss­chen ins Plau­dern. Und dann fragt er: „Und, wo liegt denn so dein Wort­preis als Tex­ter?“

        Das ist der Moment, wo ich mir in Gedan­ken das Blau­licht auf den Kopf schnal­le und über­le­ge, ob ich jetzt erklä­ren und dis­ku­tie­ren soll oder mir die Ener­gie spare. Ich fange an mit: „Nee du, ich berech­ne nicht nach Wort­preis, ich arbei­te nur mit Paket­prei­sen.“

        Die Ant­wort des Web­de­si­gners ist eher so eine Art Gemur­mel, und wir ver­ab­schie­den uns bald und legen auf. Was ich mir bei ihm schen­ke, werde ich hier mal aus­führ­lich erklä­ren. Also.

        Der Texter, das unbekannte Wesen

        Tex­ter bzw. Wer­be­tex­ter gehö­ren zu einer Berufs­grup­pe, über die viele nur so ein Halb­wis­sen haben und die sehr kli­schee­um­wa­bert ist. Ver­ständ­lich, es hat ja auch nicht jeder Berüh­rungs­punk­te mit ihnen. Unter­neh­men, die Texte für ihr Mar­ke­ting benö­ti­gen, enga­gie­ren meist gleich eine ganze Wer­be­agen­tur. Und in der geht der Pos­ten „Text“ im Gesamt­an­ge­bot unter.

        Was also nun, wenn man es mit einem Free­lan­ce-Tex­ter zu tun hat? Wie bezahlt man den fair? (Un-)logische Ant­wort: na, nach Wor­ten! 1 Wort = 20 Cent, oder so. Der Tex­ter kriegt nen Wort­preis. Das addiert man dann zu einer Gesamt­sum­me und über­weist, oder?

        Nope.

        Diese Rechnung geht nicht auf.

        An die­ser Art der Bezah­lung erkennt man das feh­len­de Bewusst­sein dafür, dass ein guter Tex­ter mehr leis­tet. Er

        • posi­tio­niert Kun­den und ana­ly­siert die Ziel­grup­pe
        • passt die Tona­li­tät an die Ziel­grup­pe an
        • weiß, wie man die rich­ti­gen Key­words fin­det und ein­baut
        • kennt sich mit SEO-Tech­nik aus
        • recher­chiert das Thema, bevor er über­haupt mit dem Tex­ten anfängt
        • weiß, dass man auf Insta­gram anders tex­tet als in einem Flyer
        • kann den Auf­bau einer Web-Start­sei­te im Schlaf auf­sa­gen
        • ist krea­tiv, stil­si­cher und auch ein biss­chen Lek­tor

        Es geht also nicht nur ums Run­ter­schrei­ben ansich. Wieso soll­ten diese gan­zen Kennt­nis­se nur in eine Ver­gü­tung pro Wort flie­ßen?

        Die Arbeit eines Texters ist wie bei allen anderen Berufen eine Transferleistung.

        Tex­ter ver­kau­fen ihr Wis­sen übers Tex­ten, nicht die Text­men­ge. Das machen ande­re Beru­fe auch nicht anders:

        Zählt ein Koch die ein­zel­nen Kar­tof­fel­spal­ten und sagt dann „30 Spal­ten mal 0,2 , macht dann 6 Euro bitte“?

        Ver­rech­net ein Fri­seur nach der Anzahl von Haa­ren, die er abschnei­det?

        Aber nein, aber nein, aber nein.

        Und noch viel gra­vie­ren­der:

        Ein Wortpreis bläht Texte unnötig auf

        Wenn ich als Tex­ter weiß, dass ich einen Preis pro Wort erhal­te, was mache ich dann? Ich ver­su­che natür­lich, viel zu schrei­ben. Denn dann bekom­me ich mehr Geld. Ein lan­ger Text ist aber bei wei­tem nicht gleich ein guter Text. Die Länge des Tex­tes soll­te immer orga­nisch vom Inhalt bestimmt wer­den.

        Wenn ich über Anti­lo­pen in Schles­wig-Hol­stein tex­ten soll und der Text ist nach 100 Wör­tern zu Ende, weil’s keine Anti­lo­pen in Schles­wig-Hol­stein gibt, dann ist ein kur­zer Text eben der rich­ti­ge Text. Schwa­feln ver­schreckt Leser und ist auch nicht SEO-freund­lich. Außer­dem:

        Vom Wortpreis können Texter nicht leben

        Mal ein Rechen­bei­spiel:

        Neu­lich habe ich eine Start­sei­te getex­tet, die 600 Wör­ter umfasst. Würde ich das berech­nen nach mei­nem Bei­spiel von oben, wären das 600 x 0,20 Euro = 120 Euro.

        Vor dem Tex­ten der Start­sei­te habe ich eine halbe Stun­de mit dem Kun­den gezoomt. Ich habe sei­nen Fra­ge­bo­gen ana­ly­siert und sein Unter­neh­men ken­nen­ge­lernt. Dann habe ich den Fra­ge­bo­gen aus­ge­wer­tet, Rück­fra­gen geklärt, Key­words recher­chiert, sie mit dem Kun­den abge­stimmt und DANN erst aus­ge­tex­tet. Wenn ich für all das 120 Euro bekä­me, wäre das ein trau­ri­ger Witz.

        Was ich stattdessen mache, ist Paketpreise verkaufen

        Da ich mitt­ler­wei­le ganz gut weiß, was meine Kun­den brau­chen – näm­lich min­des­tens 3 (Unter-)seiten, manch­mal mehr – packe ich diese 3 Sei­ten zusam­men mit all mei­nen Drum­her­um-Leis­tun­gen in einen ein­zi­gen Preis, nenne es mein „klei­nes Web­site-Paket“ und kom­mu­ni­zie­re nur die­sen Fix-Preis. Näm­lich 899 Euro netto.

        Manch­mal wird der Text kür­zer, mal län­ger, und das ist okay. Eine Seite ist so lang, wie sie eben sein soll und die Text­län­ge gleicht sich mit den ande­ren Sei­ten wie­der aus, sodass ich weder zu viel noch zu wenig arbei­te.

        Ich habe mit mei­nen Kun­den nie Dis­kus­sio­nen dar­über und muss auch nicht müh­sam irgend­was zusam­men­rech­nen. 

        Zu viele Texter, die sich nach Wortpreisen vergüten lassen

        Dass Kun­den oft in Wort­preis-Kate­go­rien den­ken, habe ich bereits erwähnt. Aber es gibt auch viele Tex­ter, die sich nach Cent pro Wort ver­kau­fen. Das liegt daran, dass es in die­sem Beruf eine extrem brei­te Range gibt:

        Da sind exzel­len­te frei­be­ruf­li­che­Tex­ter, die jah­re­lang in Agen­tu­ren als Crea­ti­ve Direc­tor gear­bei­tet haben, enor­mes Fach­wis­sen besit­zen und Texte zum Nie­der­knien schrei­ben. Und es gibt Men­schen, die sagen, joa!, ich mach mich neben­be­ruf­lich als Tex­ter selb­stän­dig, muss ich dazu irgend­was wis­sen? Schrei­ben kann ich ja ganz gut, sagt auch Mutti.

        „Tex­ter“ nen­nen kann sich jeder. Aber das sagt lei­der nichts über die Leis­tung oder das Selbst­ver­ständ­nis aus. Qua­li­tät muss von bei­den Sei­ten erkannt und aner­kannt wer­den – von Kunde und Tex­ter. Und wenn die gege­ben ist, muss sie auch ent­spre­chend ver­gü­tet wer­den.

        Ohne Preis pro Wort, ohne Wenn und Aber.

         

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        Heldenreise in Storytelling und Marketing: Tut das jedes Mal not?

        Storytelling im Marketing: Text-Beispiele für den Aww!-Effekt

        Als Selb­stän­di­ger bzw. Unter­neh­mer kannst du digi­ta­les Sto­rytel­ling für dein Mar­ke­ting nut­zen, um dei­ner Ziel­grup­pe beim Lesen ein paar „Hachs“ und „Awws“ zu ent­lo­cken, sprich: Emo­tio­nen. Hier zeige ich dir Bei­spie­le, wie Sto­rytel­ling in Tex­ten funk­tio­niert und wie du’s gewinn­brin­gend ein­setzt.

         ***

        „Sto­rytel­ling“ ist ein Begriff, der der­zeit im Mar­ke­ting so wild her­um­geis­tert wie zum Bei­spiel „toxisch“ oder „Hel­den­rei­se“. Also Worte, die ansich schon aus­sa­gen, worum es geht – Geschich­ten erzäh­len halt. Trotz­dem wis­sen nicht alle, was sie denn nun mit die­sem Geschich­ten­er­zäh­len anfan­gen sol­len und was es bringt.

        Warum Storytelling in Texten?

        Wenn du mal in die Ver­gan­gen­heit schaust, wirst du fest­stel­len, dass Men­schen schon immer von Geschich­ten fas­zi­niert waren: Da ist die Ilias, die im 8. Jahr­hun­dert v. Chr. vom Tro­ja­ni­schen Krieg erzählt. 1594 denkt sich Shake­speare „Romeo und Julia“ aus, die immer noch größ­te Lie­bes­ge­schich­te der Welt. Und wer „Harry Pot­ter“ nicht kennt, lebt wahr­schein­lich unter einem Stein. Auch in der TV-Wer­bung wird immer wie­der auf Sto­rytel­ling gesetzt.

        Wir lie­ben Geschich­ten, weil

        • wir für kurze Zeit in ande­re Wel­ten ein­tau­chen kön­nen,
        • sie Gefüh­le in uns wecken
        • und sie im Kopf hän­gen blei­ben, wenn sie gut sind.

        Wie kannst du Storytelling im Marketing nutzen?

        Sto­rytel­ling ist ein super Bei­spiel dafür, wie du digi­tal aus der Masse der Mit­be­wer­ber her­aus­ste­chen kannst. Denn das, was du anbie­test, bie­ten natür­lich auch tau­send ande­re Dienst­leis­ter an. Warum also soll­te deine Ziel­grup­pe dich wäh­len und nicht die ande­ren?

        Wenn Unter­neh­men im Busi­ness und spe­zi­ell im Con­tent Mar­ke­ting Sto­rytel­ling ein­set­zen, sor­gen sie dafür, dass Inter­es­sen­ten

        • mit ihnen bonden,
        • Empa­thie ent­wi­ckeln
        • und sie als Marke im Gedächt­nis hän­gen­blei­ben.

        Sto­rytel­ling hat sei­nen berech­tig­ten Platz sowohl in einer Insta­gram-Cap­ti­on als auch auf der Über-uns-Seite einer Unter­neh­mens­web­site. Und glaub mir:

        Es gibt IMMER eine Story zu erzäh­len.

        Ein Text-Beispiel für Storytelling bei Instagram

        Ich gehe mal mit gutem Bei­spiel voran und zeige dir anhand mei­nes Accounts, warum Sto­rytel­ling gut auf Social Media funk­tio­niert.

        Auf Insta­gram prä­sen­tie­re ich mich als Tex­te­rin, wozu auch gehört, dass meine Fol­lower ein biss­chen hin­ter meine Kulis­sen gucken dür­fen. Genau­so, wie ich das bei ande­ren Accounts auch tue.

        Was könn­te ich also schrei­ben, damit sich ande­re ein Bild von mir machen? Ich könn­te sagen: „Ich arbei­te als Tex­te­rin in Teil­zeit und küm­me­re mich nach­mit­tags um meine zwei Kin­der. Hui, das ist manch­mal ganz schön her­aus­for­dernd.“

        Alles soweit rich­tig. Das ist aller­dings eine bloße Zusam­men­fas­sung und kein Sto­rytel­ling, das irgend­wen vom Hocker reißt. Statt­des­sen habe ich eine Geschich­te erzählt, die mich sicht­bar macht:

         

        (…) Ges­tern begann der Tag damit, dass mir ein neuer Kunde For­mu­la­re schick­te, die ich aus­fül­len und zurück­schi­cken soll­te – Frei­er-Mit­ar­bei­ter-Ver­trag und so wei­ter. Aber der Scan­ner streik­te. Du mich auch, dach­te ich, und mach­te erst­mal eine Rech­nung fer­tig, schrieb Mails und rutsch­te in der Küche aus, weil’s aus der Kühl­tru­he tropf­te, weil Kind Nr 1 sie nicht rich­tig zuge­macht hatte und alles abge­taut war. (…)

        Am frü­hen Nach­mit­tag kam Kind Nr 2 aus der Schu­le ohne die Ersatz­ja­cke für die Ersatz­ja­cke der Jacke, die sehr teuer gewe­sen war und jetzt weiß Gott wo lag. Das Handy klin­gel­te mit unbe­kann­ter Num­mer, aber ich hielt mich an meine Nach­mit­tags-geh-ich-nicht-ran-Regel und mach­te mich mit Nr 1 + 2 auf zur Schwimm­hal­le, um den Nach­wuchs durch einen See­pferd­chen- und einen Bron­ze­kurs zu schleu­sen. Kind Nr 2 fror.

        Nach­dem Bron­ze ver­staut war und See­pferd­chen fast, klin­gel­te die unbe­kann­te Num­mer wie­der. Ich wink­te See­pferd­chen beim Weg­ge­hen und dach­te, ach komm, geh­s­te mal ran. „Ich brau­che Web­site-Texte“, sagte der Kunde. „Ich brauch dich im Schwimm­be­cken“, sagte See­pferd­chen im Zurück­kom­men, „das ist heute MIT Eltern.“ – „Ich hab aber keine Schwimm­sa­chen dabei.“ – „Warum gehst du nicht nackig ins Was­ser?!“, heul­te das Kind. „Warum geht sie in so einer Situa­ti­on ans Tele­fon?“, dach­te der Kunde am Handy.

        Und als ich dann abends Kind Nr 2 an den Knöp­fen des Scan­ners rum­sto­chern sah, däm­mer­te mir auch, warum er streik­te. Zum Abend­essen gab’s Brot, weil die Fisch­stäb­chen auf­ge­taut und schlecht waren.

        Was ich sagen will: Ja, ich bin manch­mal heil­los über­for­dert. Aber sind wir das nicht alle?

         

        Resul­tat: 122 Likes und 34 Kom­men­ta­re.

        Wenn ich mich also nicht mit einer Zusam­men­fas­sung begnü­ge, son­dern die Geschich­te dahin­ter ent­fal­te, schmei­ße ich damit das Kopf­ki­no mei­ner Leser an. Ich gehe rein in die Details und beschrei­be sie so genau und plas­tisch wie mög­lich. Meine Ziel­grup­pe sieht mich beim Irr­lich­tern, lei­det und lacht viel­leicht mit und wird sich höchst­wahr­schein­lich auch ein paar Tage spä­ter noch an mich erin­nern.

        Aber ist das nicht irgend­wie zu lang?, fragst du dich viel­leicht jetzt. Ist es nicht. Jede Geschich­te wird bis zum Schluss durch­ge­le­sen, solan­ge sie inter­es­sant ist.

        Beispiel für Storytelling auf einer Unternehmenswebsite

        Die­ses Prin­zip lässt sich auch wun­der­bar adap­tie­ren für Über-uns‑, Por­trät- oder About-Sei­ten auf Web­sites – also der Seite, wo es darum geht, den Dienst­leis­ter bzw. das Unter­neh­men vor­zu­stel­len.

        Man­che Mar­ke­ting­ex­per­ten fin­den, dass diese Seite dazu da ist, um sich in die Ziel­grup­pe ein­zu­füh­len und die Kauf­vor­tei­le zu wie­der­ho­len. Aber ich mag es, wenn direkt mit Sto­rytel­ling ein­ge­stie­gen wird. Ich möch­te etwas erfah­ren über mein digi­ta­les Gegen­über.

        Es gibt so viele Über-uns-Sei­ten, wo ein­fach kurz und knapp Jah­res­zah­len und Stich­punk­te run­ter­ge­rat­tert wer­den. Gegrün­det dann und dann. Expan­diert so und so. Fort­bil­dun­gen hier und da. Kom­pe­tenz, Lei­den­schaft, bla­bla gähn schnarch.

        Um hier das Mar­ke­ting mit Sto­rytel­ling auf­zu­wer­ten, begin­ne mit einem Brain­stor­ming:

         

        Wie ent­stand denn die Idee zum Unter­neh­men?

        Wie war die Situa­ti­on vor­her?

        Was war der Motor hin­ter dem Gan­zen?

        Wel­che Hür­den muss­ten genom­men wer­den?

        Wodurch wuchs das Unter­neh­men?

        Was waren echte Mei­len­stei­ne?

        Wie haben sich die Mit­ar­bei­ter weiterentwickelt/verändert?

        Wie wur­den schwie­ri­ge Zei­ten gemeis­tert?

         

        Merkst du, was für Geschich­ten sich dahin­ter ver­ber­gen?

        Viel­leicht denkst du jetzt auch an Sto­rytel­ling und die damit ver­bun­de­nen „Hel­den­rei­se“, die oft bei Solo-Selb­stän­di­gen zu fin­den ist. Also in etwa: Wie wur­dest du, was du bist? Wie muss­test du dich ent­wi­ckeln, was muss­test du ler­nen, wel­che Ups und Downs hat­test du auf dei­nem Weg, wie hast du zu dir selbst gefun­den?

        Die Hel­den­rei­se ist ein wun­der­ba­res Mar­ke­ting­bei­spiel, um Empa­thie zu erzeu­gen, soll­te aber nie krampf­haft im Sto­rytel­ling ein­ge­setzt wer­den. Auch auf mei­ner eige­nen Über-mich-Seite wirst du die Hel­den­rei­se fin­den: von der unglück­lich ange­stell­ten Wer­be­tex­te­rin zur zufrie­de­nen selb­stän­di­gen Tex­te­rin. Aber so war es nun mal ?. Und des­halb ist es das Sto­rytel­ling von mei­nem Busi­ness.

        Storytelling-Beispiele in ganz kurzen Texten

        Sto­rytel­ling funk­tio­niert im Con­tent Mar­ke­ting aber auch in klein. Es muss nicht jedes Mal ein Roman sein.

        Sto­rytel­ling ist alles, was dein Busi­ness für den Leser sicht­bar macht.

        Das ist auch der Grund, warum Sto­rytel­ling eine Schnitt­men­ge mit Flos­keln hat (oder dem Gegen­teil davon, bes­ser gesagt).

        Bei­spiel:

        Zusammenfassung/Floskel: Als Tex­te­rin bin ich mit Lei­den­schaft dabei.

        Sto­rytel­ling: Als Tex­te­rin arbei­te ich so lange an einem Ent­wurf, bis jeder Satz sitzt, auch wenn ich dafür sechs Espres­si exen und meine Net­flix-Serie ver­schie­ben muss.

        Zusammenfassung/Floskel: Unser Team kennt sich schon lange und arbei­tet gut mit­ein­an­der.

        Sto­rytel­ling: Lars hört schon an Janas Schritt­tem­po, ob er sich noch 5 Minu­ten Zeit las­sen kann oder aber direkt in den Konfi fol­gen soll­te.

         

        Mein Fazit zum Storytelling im Marketing:

         

        Nichts ist ein­fach so. Jeder Dienst­leis­ter und jedes KMU hat Geschich­ten, die nah­bar machen und es wert sind, erzählt zu wer­den. Dazu reicht es, wenn du dir etwas Zeit nimmst und brain­stormst. Es gibt gro­ßes Sto­rytel­ling, das das Ent­ste­hen von Busi­ness-Ideen ver­mit­telt. Und es gibt klei­ne Geschich­ten, die erzäh­len, was du die­sen Tag alles schon an To-dos geschafft hast.

        Sto­rytel­ling ver­mit­telt leben­di­ge Bil­der und lässt uns teil­ha­ben an dem, was ein Unter­neh­men tut oder getan hat. Und das ist es, was es unver­wech­sel­bar macht.

         

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        Aufzählungspunkte: Stilmittel für ungeduldige Leser

        Aufzählungspunkte: Stilmittel für ungeduldige Leser

        Auf­zäh­lun­gen sind das per­fek­te Stil­mit­tel, um dei­ner Ziel­grup­pe Inhal­te schnel­ler zu ver­mit­teln. Wel­che Wir­kung sie haben und wie du sie ein­setzt, liest du hier.

         ***

        Es waren ein­mal drei Auf­zäh­lungs­punk­te auf einer Web­site, die klatsch­ten im Fließ­text anein­an­der. Nie­mand erkann­te sie als Auf­zäh­lungs­punk­te. Die Leser hat­ten Mühe, den Text zu erfas­sen, fan­den die Ant­wor­ten nicht schnell genug und ver­lie­ßen die Web­site wie­der. Dar­über wur­den die Auf­zäh­lungs­punk­te ganz unglück­lich und fin­gen an zu wei­nen.

        …Mooo­ment. Jetzt das Ganze noch­mal anders:

        Es waren ein­mal drei Auf­zäh­lungs­punk­te auf einer Web­site, die klatsch­ten im Fließ­text anein­an­der. Nie­mand erkann­te sie als Auf­zäh­lungs­punk­te. Die Leser

        • hat­ten Mühe, den Text zu erfas­sen,
        • fan­den die Ant­wor­ten nicht schnell genug
        • und ver­lie­ßen die Web­site wie­der.

        Liest sich bes­ser, oder?

        Auf­zäh­lun­gen wie Auf­zäh­lungspunk­te bzw. Auf­zäh­lungszei­chen sind das per­fek­te Stil­mit­tel, um dei­nen Lesern das Erfas­sen dei­ner Inhal­te zu erleich­tern. Warum ist das wich­tig?

        Stu­di­en haben her­aus­ge­fun­den, dass längst nicht alle Leser Texte wirk­lich von oben bis unten durch­le­sen. Wenn wir online etwas lesen, suchen wir even­tu­ell grad was. Wir haben wenig Zeit und wenig Geduld und wol­len mög­lichst schnell Ant­wor­ten fin­den. Viel­leicht brau­chen wir ein bestimm­tes Pro­dukt oder eine Anlei­tung, haben schon auf vier Web­sites ver­geb­lich geguckt und all­mäh­lich kei­nen Elan mehr. Der Inhalt eines Tex­tes soll sich also bitte schnell ent­fal­ten. Texte wer­den also abge­scannt auf die wich­ti­gen Stich­punk­te.

        Zusam­men mit Head­line, Zwi­schen-Head­lines, Absät­zen und gefet­te­ten Wör­tern sor­gen Auf­zäh­lungs­punk­te dafür, dass Texte schnel­ler gele­sen wer­den kön­nen und die Ziel­grup­pe län­ger bei der Stan­ge bleibt. Denn wer eine Text­wurst sieht, hat erst gar nicht Lust zu lesen. Das Auge liest mit, sozu­sa­gen.

        Wie schreibe ich Aufzählungszeichen?

        Zum Bei­spiel dann, wenn du

        • meh­re­re Grün­de anein­an­der­reihst,
        • eine zeit­li­che Abfol­ge dar­stellst
        • oder ver­gleich­ba­re Optio­nen dar­stellst.

        Auf­zäh­lungs­zei­chen bie­ten sich an, wenn du

        1. die Auf­merk­sam­keit auf wich­ti­ge Inhal­te len­ken willst,
        2. Text­würs­te optisch durch­bre­chen möch­test
        3. Und dem Lese­au­ge eine opti­sche Ver­schnauf­pau­se ver­schaf­fen willst.

        Schau mal hier:

        Ich schrei­be einen Blog­bei­trag über Auf­zäh­lungs­punk­te als geeig­ne­tes Stil­mit­tel, denn

        - viele Selb­stän­di­ge inter­es­siert das,

        - nicht jeder weiß, wann man wel­che set­zen soll­te

        - und der Blog bie­tet die nöti­gen Ant­wor­ten.

        Oder:

        Um zu erfah­ren, wel­che Wir­kung Stil­mit­tel wie Auf­zäh­lun­gen haben, liest du

        • erst den Anfang mei­nes Arti­kels,
        • dann die Mitte
        • und dann den Schluss­teil.

        Und noch der hier:

        Auf­zäh­lun­gen kannst du zum Bei­spiel in fol­gen­den Far­ben set­zen:

        1. blau
        2. pink
        3. gelb
        4. grün

        Ich würde immer min­des­tens drei Auf­zäh­lungs­punk­te neh­men, denn sonst sieht es etwas leer aus. Dann lie­ber Fließ­text. Oder aber du machst zwei Auf­zäh­lungs­punk­te, wenn sie in die Länge gehen. Bei­spiel:

        Tex­te­rin Lena Block hat sich aus zwei Grün­den selb­stän­dig gemacht:

        • Zum einen hatte sie keine Lust mehr, in die Agen­tur pen­deln müs­sen,
        • zum ande­ren woll­te sie schon immer einen Blog über Auf­zäh­lungs­zei­chen schrei­ben.

        Wie nennt man Aufzählungspunkte?

        Na ja, das all­ge­mei­ne Wort lau­tet Auf­zäh­lungs­zei­chen, und dar­un­ter fal­len Auf­zäh­lungs­punk­te oder eng­lisch Bul­let­points, wenn sie als klei­ne Krei­se dar­ge­stellt sind.

        Wel­che Auf­zäh­lungs­zei­chen gibt es?

        Wie du in mei­nen Bei­spie­len siehst, kannst du

        • Punk­te set­zen,
        • aber auch Stri­che,
        • grafische/geometrische Zei­chen
        • oder Zif­fern zur Num­me­rie­rung.

        Das ist aber oft­mals Geschmacks­sa­che. In Micro­soft Word fin­dest du eine Aus­wahl an mög­li­chen Zei­chen.

        Und grammatikalisch?

        Ich finde es am ein­fachs­ten, Auf­zäh­lungs­punk­te aus einem ganz nor­ma­len Satz zu extra­hie­ren.

        Hier mal so ein Satz:

        Um mich selb­stän­dig zu machen, habe ich in der Agen­tur gekün­digt, 427 Zet­tel fürs Finanz­amt aus­ge­füllt, eine Web­site erstellt und mir einen schi­cken Mac gekauft.

        Die­sen Satz teile ich jetzt samt Kom­ma­set­zung in Auf­zäh­lungs­zei­chen auf:

        Um mich selb­stän­dig zu machen, habe ich

        • in der Agen­tur gekün­digt,
        • 427 Zet­tel fürs Finanz­amt aus­ge­füllt,
        • eine Web­site erstellt
        • und mir einen schi­cken Mac gekauft.

        Du kannst aber auch einen Dop­pel­punkt set­zen und dann auf reine Stich­wor­te mit Infi­ni­ti­ven set­zen:

        Fol­gen­des habe ich getan, um mich selb­stän­dig zu machen:

        • in der Agen­tur kün­di­gen
        • 427 Zet­tel fürs Finanz­amt aus­fül­len
        • eine Web­site erstel­len
        • einen schi­cken Mac kau­fen

        Ich finde aber die erste Vari­an­te lese­freund­li­cher und net­ter.

        Übrigens: Aufzählungspunkte sind ein Kann, kein Muss.

        Hier noch­mal ein Satz, der wei­ter oben stand:

        Zusam­men mit Head­line, Zwi­schen-Head­lines, Absät­zen und gefet­te­ten Wör­tern sor­gen Auf­zäh­lungs­punk­te dafür,(…)

        Den hätte ich auch so set­zen kön­nen:

        Zusam­men mit

        • Head­line,
        • Zwi­schen-Head­lines,
        • Absät­zen
        • und gefet­te­ten Wör­tern

        sor­gen Auf­zäh­lungs­punk­te dafür,(…)

        Warum hab ich’s nicht gemacht? Weil wir auch immer den Gesamt­ein­druck des Tex­tes im Auge behal­ten müs­sen. Wenn alle paar Sätze Auf­zäh­lungs­punk­te kom­men, sieht es optisch zu zer­schos­sen aus.

        Eine Alter­na­ti­ve zur Auf­zäh­lung wäre hier zum Bei­spiel, Stich­wör­ter zu fet­ten:

        Zusam­men mit Head­line, Zwi­schen-Head­lines, Absät­zen und gefet­te­ten Wör­tern sor­gen Auf­zäh­lungs­punk­te dafür, (…)

        Denn dann springt das Lese­au­ge auto­ma­tisch dort hin. Ich per­sön­lich bin aber kein Fan davon, weil ich es optisch nicht so schön finde. Wich­tig also: Den Text auch immer im Gesam­ten betrach­ten. Am bes­ten nicht nur Auf­zäh­lun­gen ver­wen­den, son­dern eine gesun­de Mischung aus ver­schie­de­nen Stil­mit­teln wäh­len. Dann blei­ben die Kun­den bis zum Ende des Tex­tes dabei und kli­cken auf „Kon­takt“.

         

         

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        Heldenreise in Storytelling und Marketing: Tut das jedes Mal not?

        Blumige Adjektive für Unternehmen? Besser nicht

        Um auf der Web­site auch Per­sön­lich­keit zu zei­gen, ent­schei­den sich viele Unter­neh­men für ver­meint­lich „posi­ti­ve“ Adjek­ti­ve in den Tex­ten. Das kann aber schnell nach hin­ten los­ge­hen und in Flos­keln enden. Zum Glück gibt’s ande­re Mög­lich­kei­ten.

         ***

        Der Autor Mark Twain sagte ein­mal: „Wenn Sie ein Adjek­tiv sehen, brin­gen Sie es um.“ Und Recht hatte er. Denn dass es die Adjek­ti­ve sind, die beson­ders viel Per­sön­lich­keit trans­por­tie­ren, stimmt so nicht ganz.

        Eigent­lich ist es ja posi­tiv zu wer­ten, wenn Unter­neh­men sich bewusst für viele Adjek­ti­ve im Text ent­schei­den. Denn dann wis­sen sie, wie wich­tig es ist, sich auf der Web­site zu beschrei­ben und beim Leser Sym­pa­thie zu erzeu­gen. Sie machen sich Gedan­ken dar­über, wie sie rüber­kom­men wol­len und was Kun­den in ihnen sehen.

        Die Über-mich/uns-Seite zum Bei­spiel ist eine der meist­ge­le­se­nen Unter­sei­ten auf Web­sites. Bei man­chen Fir­men­prä­sen­zen fehlt sie aber kom­plett.

        Dabei pro­fi­tie­ren Unter­neh­men genau­so wie Solo-Selb­stän­di­ge, wenn sie ihren Wer­de­gang beschrei­ben, die Phi­lo­so­phie der Firma erklä­ren oder die Team­mit­glie­der zu Wort kom­men las­sen. Sowas erzeugt Emo­tio­nen und Empa­thie. Und die sind für einen Kauf oder eine Zusam­men­ar­beit genau­so wich­ti­ge Ent­schei­dungs­kri­te­ri­en wie tro­cke­ne Fak­ten. Also:

        Wenn Unternehmen sich selbst beschreiben, kommen sie doch um Adjektive gar nicht herum, oder?

        Wir nen­nen sie ja nicht umsonst „Wie-Wör­ter“. Also wie ist jemand oder etwas. Haben wir ja alle in der Schu­le gelernt.

        Schau­en wir uns mal fol­gen­de „posi­ti­ve“ Adjek­ti­ve an:

        Pro­fi­tie­ren Sie von unse­rer hoch­wer­ti­gen Arbeit.

        Unse­re kom­pe­ten­ten Mit­ar­bei­ter sind immer für euch da.

        Ein­zig­ar­ti­ger Genuss ver­spricht Ihnen unse­re inter­na­tio­na­le Küche.

        Wir sind ein sym­pa­thi­sches Team aus erfah­re­nen Coa­ches.

        Das sind typi­sche Sätze, wie man sie oft auf Web­sites von klei­ne­ren und mitt­le­ren Unter­neh­men fin­det. Die Adjek­ti­ve sol­len den Leser für die Unter­neh­men gewin­nen: kom­pe­tent, ein­zig­ar­tig, sym­pa­thisch.

        Auf den ers­ten Blick klingt das auch alles ganz toll und glit­zernd. Aber tat­säch­lich haben sol­che Adjek­ti­ve in Wer­bung und Wer­be­tex­ten den glei­chen nega­ti­ven Effekt wie Flos­keln und Phra­sen. Denn:

        Adjektive fassen bloß zusammen, was erklärt werden muss.

        Sie haben aber über­haupt kei­nen Aus­sa­ge­wert.

        „Hoch­wer­tig“ ist zu all­ge­mein und kann alles Mög­li­che bedeu­ten.

        „Kom­pe­tent“ behaup­tet nur irgend­et­was.

        „Ein­zig­ar­tig“ erzeugt kein Bild vorm inne­ren Auge.

        „Sym­pa­thisch“ macht nicht sym­pa­thisch, nur weil man es sagt.

        Das meint auch der berühm­te Satz „Show, don’t tell“, also dass man etwas zei­gen, nicht erzäh­len soll. Und das gilt nicht nur für Adjek­ti­ve in der Wer­bung. In der Bel­le­tris­tik oder dem Jour­na­lis­mus sind sie genau­so fehl am Platz.

        Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass diese gan­zen Adjek­ti­ve wie „exklu­siv“ und „ein­zig­ar­tig“ ziem­lich bil­lig wir­ken, wenn dazu nicht erklärt wird, was damit über­haupt gemeint ist.

        Somit sind es also keine posi­ti­ven Adjek­ti­ve, die Per­sön­lich­keit ver­mit­teln, son­dern wel­che, die Unter­neh­men kon­tur­los wir­ken las­sen. Dabei möch­ten sich Unter­neh­men ja von ande­ren abhe­ben und indi­vi­du­ell sein.

        Leben­di­ge Texte, die aus­führ­lich auf das Unter­neh­men ein­ge­hen, einen Blick hin­ter die Kulis­sen zulas­sen und Details sicht­bar machen, blei­ben bei Lesern auch län­ger in Erin­ne­rung. Ganz nach dem Spruch

        Erzähl mir, und ich werde vergessen. Zeig mir, und ich werde Anteil nehmen.

         

        Hier noch ein paar Bei­spie­le:

        Tex­te­rin Lena Block hilft dir kom­pe­tent und ein­zig­ar­tig.

        Das ist eine Zusam­men­fas­sung, eine bloße Behaup­tung.

        Tex­te­rin Lena Block erklärt, warum Adjek­ti­ve in Tex­ten für Unter­neh­men gar keine Per­sön­lich­keit trans­por­tie­ren und somit eigent­lich nega­tiv sind.

        Das beschreibt etwas und sagt dir kon­kret, worum es geht.

        Noch mehr Ver­glei­che:

        Er war ner­vös. -> Zusam­men­fas­sung.

        Er trom­mel­te mit den Fin­gern auf den Tisch. -> Zeigt uns etwas.

        Wir machen unse­ren Job lei­den­schaft­lich. -> Erzählt nur etwas.

        Wir neh­men uns für jede hand­ge­fer­tig­te Puppe meh­re­re Tage Zeit und ver­nä­hen die Kan­ten unterm Mikro­skop -> Ist anschau­lich.

        Wir arbei­ten qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig. -> Zusam­men­fas­sung.

        Wir ana­ly­sie­ren das Pro­blem mit Ihrem Com­pu­ter inner­halb von 10 Minu­ten und behe­ben es sofort im Anschluss, auch am Wochen­en­de. -> Nennt dem Leser den kon­kre­ten Mehr­wert.

        Typi­sche „posi­ti­ve“ Adjek­ti­ve sind also:

        Ein­ma­lig

        Unver­gess­lich

        Exklu­siv

        unver­gleich­lich

        Beson­ders

        Unglaub­lich

        Stark

        Bezau­bernd

        Qua­li­ta­tiv

        spe­zi­ell

        Diese Adjek­ti­ve würde ich nicht für Unter­neh­men ver­wen­den.

        Hier auch zwei Klas­si­ker:

        Wir sind stets freund­lich und zuver­läs­sig.

        Zum einen soll­te das Vor­aus­set­zung sein und nichts, was extra erwähnt wer­den muss. Zum ande­ren soll­te die ganze Web­site Freund­lich­keit und Zuver­läs­sig­keit aus­strah­len – durch aus­führ­li­che nah­ba­re Texte, Team­fo­tos, voll­stän­di­ge Kon­takt­an­ga­ben und die anschau­li­che Dar­stel­lung der Zusam­men­ar­beit.

        Es gibt eine Brand-Desi­gne­rin, die dar­auf ver­zich­tet, auf ihrer Web­site „Ich bin voll sym­pa­thisch“ zu schrei­ben. Statt­des­sen sagt sie:

        Ich habe dau­ernd Angst. Davor, dass ich mei­nen Nach­barn im Haus­flur begeg­ne, wenn ich die Post hole, ich die Krü­mel nicht mehr aus der Tas­ta­tur raus­krie­ge, jemand sieht, dass ich im Auto laut mit­sin­ge, mir die Socken in den Stie­feln run­ter­rut­schen, coole Leute den­ken ich sei blöd und am meis­ten davor, dass ich nie­mals umset­zen werde, wovon ich träu­me, obwohl ich genau weiß, dass ich das theo­re­tisch kann.

        Wir SEHEN diese Per­son alle vor unse­rem inne­ren Auge, wie ihr auf der Stra­ße die Socke run­ter­rutscht, nicht wahr?

        Aber Ach­tung:

        Es sind nicht grundsätzlich ALLE Adjektive fehl am Platz.

        Nur die­je­ni­gen, die eine Zusam­men­fas­sung für etwas dar­stel­len, das man genau­so gut auf­drö­seln kann. „Acht­sam“, „nach­hal­tig“ oder „kon­struk­tiv“ zum Bei­spiel sind posi­ti­ve Adjek­ti­ve, die aber eine genaue­re Erklä­rung brau­chen.

        Wenn da steht

        Wir behan­deln Ihre Anfra­ge dis­kret

        darf das auch ruhig so ste­hen blei­ben, denn unter „dis­kret“ kann sich jeder was Ent­spre­chen­des vor­stel­len.

        Unse­re lang­jäh­ri­gen Mit­ar­bei­ter

        kann auch so gelas­sen wer­den, denn lang­jäh­rig ist nun mal lang­jäh­rig.

        Also:

        Für Unter­neh­men, die auf ihrer Web­site Per­sön­lich­keit zei­gen wol­len, sind ver­meint­lich posi­ti­ve Adjek­ti­ve keine gute Lösung. Aber wer sich Zeit für einen län­ge­ren Text nimmt, vom letz­ten Betriebs­aus­flug erzählt oder wie man hier Fami­li­en­freund­lich­keit und Nach­hal­tig­keit lebt, der ist schon auf dem rich­ti­gen Weg.

         

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