Beispiele für Floskeln: Wie du sie beim Texten vermeidest

Beispiele für Floskeln: Wie du sie beim Texten vermeidest

Nie­mand schreibt absicht­lich in Flos­keln. Trotz­dem pas­sie­ren sie und machen den Text schwach. Nicht schlimm! Ich zeige dir hier ein paar Bei­spie­le für Flos­keln und Phra­sen, wie du sie erkennst und was du statt­des­sen schrei­ben kannst.

Erstmal zur Definition und Bedeutung einer Floskel:

Was ist über­haupt eine Flos­kel? — eine abge­dro­sche­ne For­mu­lie­rung, die jeder kennt, die schon tau­send Mal benutzt wurde und die des­halb beim Leser nichts mehr aus­löst. Beim Spre­chen mit ande­ren ist das nicht so schlimm. Aber wenn du zu viele Flos­keln in deine schrift­li­che Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on ein­baust, lang­weilst du deine Ziel­grup­pe und ver­graulst sie im schlimms­ten Fall.

 

Bei­spie­le für sol­che Flos­keln und Phra­sen sind:

Ser­vice wird bei uns groß geschrie­ben

Will­kom­men auf unse­rer Web­site

Wir sind stets für Sie da

…und so wei­ter.

 

Es gibt sogar Beispiele für einzelne Wörter, die nichtssagende Floskeln sind.

 

Das hier sind die häu­figs­ten:

Fle­xi­bi­li­tät

Inno­va­ti­on

Kom­pe­tenz

Leis­tung

Lei­den­schaft

Pro­fes­sio­na­li­tät

Qua­li­tät

Ser­vice

Tra­di­ti­on

Jedes die­ser Wör­ter klingt erst­mal groß­ar­tig und viel­ver­spre­chend, aber auf den zwei­ten Blick steckt nicht mehr als Rha­bar­ber dahin­ter. Was für ein Bild erzeugt Leis­tung vor dei­nem inne­ren Auge? Wel­che Bedeu­tung ent­nimmst du einer Flos­kel wie Ser­vice? Und was siehst du, wenn du Pro­fes­sio­na­li­tät liest?

Nüschts.

Ich per­sön­lich finde übri­gens Lei­den­schaft furcht­bar abge­dro­schen. Wenn mir jemand erzählt, dass er etwas aus ganz dol­ler Lei­den­schaft macht, nehme ich die Beine in die Hand :-D.

Trotz­dem wirst du die­sen Wör­tern immer wie­der begeg­nen, vor allem bei Slo­gans. Wie aus­tausch­bar sie sind, kannst du tes­ten, wenn du immer zwei die­ser Begrif­fe mit den Wör­tern und, durch und aus kom­bi­nierst. Bei­spie­le die­ser Flos­keln:

Qua­li­tät durch Kom­pe­tenz

Ser­vice aus Lei­den­schaft

Inno­va­ti­on und Tra­di­ti­on

 

…schnarch.

 

Übri­gens, Fun Fact:

Viele User ver­ste­hen die Bedeu­tung eini­ger Flos­keln gar nicht. Inno­va­tiv zum Bei­spiel ist eine oft benutz­te Phra­se. Aber die Key­word-Recher­che hat mir gezeigt, dass viele Men­schen über­haupt nicht wis­sen, was damit gemeint ist:

Was heißt inno­va­tiv? -> wird 430 x im Monat bei Goog­le ein­ge­ge­ben

Inno­va­tiv Bedeu­tung -> 1200 x

Was bedeu­tet inno­va­tiv -> 790 x

 

Es gibt unzäh­li­ge Web­sites, die in jedem vier­ten Satz nichts­sa­gen­de Flos­keln benut­zen.

Bestimm­te For­mu­lie­run­gen hat man halt gelernt und ver­in­ner­licht, und außer­dem schrei­ben alle ande­ren das doch auch.

Der User aber, aus dem ja im bes­ten Fall ein zah­len­der Kun­den wer­den soll, ist schnell gelang­weilt und zieht wei­ter, um auf ande­ren Web­sites sein Glück zu fin­den.

Aber irgend­was muss ich da doch hin­schrei­ben, denkst du jetzt viel­leicht. Wenn ich ver­mit­teln will, dass mein Pro­dukt eine hohe Qua­li­tät hat, dann schrei­be ich auch Qua­li­tät!

Bitte merke dir:

Floskeln sind super Beispiele für Überbegriffe, die etwas zusammenfassen.

Was du statt­des­sen tun musst, ist zei­gen und erklä­ren. For­mu­lie­ren ohne Flos­keln geht so:

Inno­va­ti­ve Lösun­gen

kann jeder behaup­ten. Wenn du aber schreibst

Unse­re Hand­wer­ker sind inner­halb einer Stun­de bei ihnen und geben direkt eine Feh­ler­dia­gno­se

… dann weiß der Leser sofort, was mit die­sen inno­va­ti­ven Lösun­gen gemeint ist, ohne dass du inno­va­ti­ve Lösun­gen sagen musst.

 

Wenn du schreibst

Ihr star­ker Part­ner vor Ort

hat kei­ner eine Ahnung, was denn da so stark ist.

Aber wenn du sagst:

Mehr­stün­di­ge Bera­tung durch unse­re Ver­mö­gens­ex­per­ten

…weiß der Leser, was genau ihn erwar­tet.

 

Also: Werde kon­kret! Nicht labern, son­dern infor­mie­ren.

Schreib statt

Will­kom­men auf unse­rer Web­site

lie­ber

End­lich durch­schla­fen mit Schlaf­coach Anna Mus­ter­mann.

Brauchst du noch ein paar Bei­spie­le für die Bedeu­tung von Flos­keln und Phra­sen oder war dir das inno­va­tiv und lei­den­schaft­lich genug? 😉

Eins noch: Ver­wechs­le nichts­sa­gen­de Flos­keln nicht mit Füll­wör­tern.

Ein Füll­wort ist ein ein­zel­nes Wort, das ein­fach wenig aus­sagt, wie gar, ja, also und halt. Meist kannst du es ein­fach löschen, ohne dass sich die Aus­sa­ge des rest­li­chen Sat­zes dadurch ver­än­dert.

Das trifft aber nicht die Defi­ni­ti­on einer Flos­kel, die meint ja den gan­zen Satz. Du kannst sie also nicht ein­fach ersatz­los strei­chen, son­dern musst sie durch eine kon­kre­te­re Aus­sa­ge erset­zen.

Und auch, wenn wir von Ein­zel­wör­tern wie Qua­li­tät oder Leis­tung reden, musst du sie durch etwas erset­zen.

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Texte für Unternehmen: Warum du die nicht irgendeinem Mitarbeiter überlassen solltest

Bist du grad am Über­le­gen, die Texte für dein Unter­neh­men einem pro­fes­sio­nel­len Tex­ter in die Hand zu drü­cken? Eine weise Ent­schei­dung – denn es kann viel schief gehen, wenn die Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on dem Zufall über­las­sen wird.

Aber fangen wir von vorne an.

Vor ein paar Mona­ten bekam ich einen Anruf von einer Firma, die Ver­pa­ckun­gen und Schach­teln her­stellt. Das Unter­neh­men woll­te von mir ein paar Texte für Gruß­kar­ten, in der der Geschäfts­füh­rer Dan­kes­wor­te an die Kun­den rich­tet.

Bevor ich anfan­ge zu tex­ten, mache ich mir immer erst ein Gesamt­bild vom Kun­den. Ich kann dem Geschäfts­füh­rer keine Worte in den Mund legen, wenn ich das Unter­neh­men nicht kenne.

Des­halb ist ein Klick auf die Web­site auch selbst­ver­ständ­lich, denn sie ist das digi­ta­le Aus­hän­ge­schild eines jeden Unter­neh­mens.

In die­sem Fall sah ich Fol­gen­des:

“Will­kom­men auf unse­rer Home­page” auf der Start­sei­te

“Cont­act us” im Call-to-Action-But­ton

Ein “Du” unter dem sonst durch­gän­gi­gen Gesie­ze

Ein paar Schen­kel­klop­fer auf der Über-uns-Seite, aber ein bier­erns­ter Text bei “Leis­tun­gen”

Ich hab also die Gruß­kar­te getex­tet, hätte aber am liebs­ten ein­mal die ganze Web­site saniert. Denn mit die­sen unein­heit­li­chen, ver­wir­ren­den Tex­ten tat sich das Unter­neh­men kei­nen Gefal­len (hab mich aber nicht getraut, das anzu­mer­ken). Kud­del­mud­del, wie wir Nord­deut­schen sagen wür­den.

Diese Web­site ist kein Ein­zel­fall. Die Online-Prä­sen­zen von unzäh­li­gen Unter­neh­men sehen so aus. Nur mer­ken das viele nicht oder stö­ren sich nicht daran, weil der Laden trotz­dem läuft.

Natür­lich kann ein Unter­neh­men erfolg­reich sein und die Kom­mu­ni­ka­ti­on dar­über ver­nach­läs­si­gen. Viel­leicht ist es lokal gut ver­an­kert, stellt etwas her, was ande­re so nicht anbie­ten (Allein­stel­lungs­merk­mal) oder hat lang­jäh­ri­ge treue Kun­den.

Trotzdem sollten Unternehmen immer einen Blick auf das Erscheinungsbild und die Kommunikation haben.

Genau­er: Sie soll­ten sich als Marke betrach­ten. Marke bedeu­tet: Fest­le­gen, wofür man steht. Fest­le­gen auf bestimm­te Werte, auf ein Image, ein bestimm­tes visu­el­les Erschei­nungs­bild und, ja, auf eine bestimm­te Art der Kom­mu­ni­ka­ti­on und der Schreib­wei­se.

Die Texte für ein Unter­neh­men soll­ten immer aus einem Guss sein.

Denn das schafft Wie­der­erkenn­bar­keit, Ori­en­tie­rung und Ver­trau­en bei den Kun­den und gleich­zei­tig das Abhe­ben von der Kon­kur­renz.

Mar­keter nen­nen das auch oft Cor­po­ra­te Text oder Cor­po­ra­te Lan­guage – also das Fest­le­gen von Stil, Wort­wahl, Tona­li­tät, Schreib­kul­tur, Anspra­che. Auf diese Weise kannst du deine Inhal­te pass­ge­nau an deine Ziel­grup­pe trans­por­tie­ren und dich unver­wech­sel­bar machen.

Ist dein Text nicht ein­heit­lich, kann es pas­sie­ren, dass du dich auf dei­ner Start­sei­te mit einem zacki­gen Slo­gan prä­sen­tierst, aber gleich­zei­tig Mai­lings in steifs­tem Beam­ten­deutsch ver­sen­dest. Deine Kun­den mer­ken die­sen Bruch im Text  — bewusst oder unbe­wusst — und sind irri­tiert:

Warum sprechen die in zwei verschiedenen Sprachen?

Die Texte für das Unter­neh­men sind nicht aus einem Guss, Wie­der­erken­nungs­wert und Glaub­wür­dig­keit lei­den.

Nun ist Text aber etwas, von dem viele Geschäfts­füh­rer immer noch den­ken, dass das doch irgend­je­mand aus der Firma machen kann, der sich ganz okay aus­zu­drü­cken weiß.

Daher ist es auch ein Run­ning Gag unter Tex­tern, wenn jemand sagt: „Ach, den Flyer kann doch der Malte aus dem Ver­trieb tex­ten, der schreibt immer so nette Emails.“

Und Malte macht das dann auch. Weiß aber nichts von ein­heit­li­cher Schreib­wei­se, Ver­kaufs­psy­cho­lo­gie oder geziel­ter Kun­den­an­spra­che, denn er ist kein Tex­ter. Die alten Stamm­kun­den ver­prellt er damit nicht. Aber es wer­den eben auch keine neuen dazu gewon­nen.

Ich sage immer:

Professionelle Texte sind nicht nur was für große Unternehmen.

Auch klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men soll­ten in eine gute Kom­mu­ni­ka­ti­on inves­tie­ren. Viele wis­sen bereits um die Not­wen­dig­keit eines ordent­li­chen Cor­po­ra­te Designs, aber der Text bleibt sehr oft ein Malte-Ding.

Des­halb: Lass Malte den Ver­trieb machen und gib die Texte für dein Unter­neh­men jeman­dem, der es als Marke betrach­tet ;-). 

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Texte kürzen in 9 einfachen Schritten

Hi, ich bin Lena Block, Tex­te­rin, und ver­ra­te dir hier 9 Tipps, wie du deine Texte sinn­voll kür­zen kannst, ohne dass du auf wich­ti­ge Aus­sa­gen ver­zich­ten musst. Wobei:

Wann solltest du Texte überhaupt kürzen?

Wenn du an einem Flyer arbei­test, eine Email oder einen Post für Insta­gram schreibst, ist dein Platz limi­tiert. Du musst also schau­en, dass du das, was du sagen willst, in einer vor­ge­ge­be­nen Zei­chen­an­zahl unter­kriegst. Ich selbst muss auch oft kür­zen, meine Bild­be­schrei­bun­gen für Insta­gram wer­den oft viel zu lang.

Oder willst du Texte auf dei­ner Web­site kür­zen?

Dann frage ich mich: warum? Deine Web­site ist eine rie­si­ge Spiel­wie­se, auf der du schrei­ben kannst, so viel du möch­test. Ein kür­ze­rer Text ist nicht auto­ma­tisch ein bes­se­rer Text. Ein lan­ger aber auch nicht. Nimm dir den Platz für das, was du sagen willst. Wenn dein Text bis zum Schluss span­nend und inter­es­sant zu lesen ist, hat er genau die rich­ti­ge Länge.

Für die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung rate ich dir sogar eher zu lan­gen Tex­ten, weil du da die Key­word-Opti­mie­rung bes­ser aus­spie­len kannst.

Was tau­gen Online-Tools zum auto­ma­ti­schen Texte kür­zen?

Klar kannst du dei­nen Text auch online kür­zen. Aber als haupt­be­ruf­li­che Tex­te­rin mit 14 Jah­ren Erfah­rung auf dem Buckel bin ich selbst­ver­ständ­lich der Mei­nung, dass Sei­ten wie Reso­o­mer und so wei­ter nichts tau­gen ;-).

Zum Texte kür­zen gehört Fin­ger­spit­zen­ge­fühl und ein mensch­li­ches Gehirn. Das kann kein Robo­ter erset­zen. Ich würde das immer selbst machen.

 

Hier kommen 9 Hacks, wie du Texte am besten kürzen und umschreiben kannst:

1. Zusam­men­fas­sen statt aus­schwei­fen

Liegt auf der Hand: Wenn du mit dem Platz zum Tex­ten nicht hin­reichst, fasse meh­re­re Sätze zu einem zusam­men. Das bedeu­tet lei­der auch, dass du auf Details, die dir viel­leicht wich­tig sind, ver­zich­ten musst. Aber oft kann der Leser sich diese Details auch selbst den­ken.

Bei­spiel:

Am Tele­fon kön­nen wir über Brie­fing, Timing, Key­word-Recher­che und Geschäfts­be­din­gun­gen spre­chen.

Zusam­men­ge­fasst:

Am Tele­fon kön­nen wir über alles Wich­ti­ge spre­chen.

2. Ver­le­gen­heits­sät­ze erken­nen und strei­chen

Es gibt so Sätze, die du schon oft gele­sen hast und die sich des­halb in dei­nem Hin­ter­kopf ver­an­kert haben. Das heißt aber nicht, dass sie sinn­voll sind. Also Sätze wie

Ich bin jeder­zeit für Sie zu errei­chen

Ich freue mich auf Sie

Wir arbei­ten ter­min­ge­recht und zuver­läs­sig

Diese Aus­sa­gen kannst du ersatz­los strei­chen. Denn dass du für deine Kun­den da bist und zuver­läs­sig arbei­test, soll­te selbst­ver­ständ­lich sein und muss nicht extra erwähnt wer­den.

3. Texte am Ende statt am Anfang kür­zen

Denn beim Schrei­ben nei­gen wir dazu, das Wich­tigs­te am Anfang zu sagen und ver­zicht­ba­re Rand-Details erst zum Schluss.

4. Schmeiß die Adjek­ti­ve raus

Adjek­ti­ve kön­nen eine miese Falle sein. Eigent­lich sol­len sie hel­fen, das Gesag­te aus­zu­schmü­cken und zu unter­strei­chen. Aber es gibt ein paar Adjek­ti­ve, mit denen du dir kei­nen Gefal­len tust. Weil sie in Wirk­lich­keit gar nichts aus­sa­gen und dei­nen Text nur künst­lich auf­bla­sen.

Bei­spiel:

Ich habe ein ein­zig­ar­ti­ges Ange­bot für Sie, das genau auf Ihre Situa­ti­on zuge­schnit­ten ist.

Ein­zig­ar­tig klingt ziem­lich bil­lig, oder? Das sind die Stel­len, an denen du Texte super kür­zen kannst. Auch auf der roten Liste ste­hen Wör­ter wie

  • Exklu­siv
  • Attrak­tiv
  • Unver­gess­lich
  • Span­nend

und so wei­ter. Kön­nen alle weg.

5. Infi­ni­ti­ve und Hilfs­ver­ben

Ein Infi­ni­tiv ist die Grund­form eines Verbs, zum Bei­spiel schrei­ben, lesen, sagen. Und Hilfs­ver­ben sind Ver­ben wie müs­sen, sol­len, kön­nen, machen. Wann immer du einen Satz mit Infi­ni­ti­ven oder Hilfs­ver­ben bil­dest, wird er ver­mut­lich ziem­lich lang. Außer­dem ver­schach­teln sie die Satz­kon­struk­ti­on unnö­tig.

Du kannst also Texte gut kür­zen, wenn du diese Ver­ben streichst. Bei­spiel:

Ob das klappt, habe ich nicht sofort sagen kön­nen.

Bes­ser:

Ob das klappt, wuss­te ich nicht sofort.

6. Ganze Sätze durch ein ein­zi­ges Wort erset­zen

Der Geheim­kniff: Um etwas aus­zu­drü­cken, braucht es nicht immer einen aus­for­mu­lier­ten Satz. Manch­mal reicht auch nur ein Wort, um die­sel­be Aus­sa­ge oder Emo­ti­on zu trans­por­tie­ren.

Bei­spiel:

Er sagte mir, dass er lie­ber mit jemand anders zusam­men­ar­bei­ten wolle. Das hat mich wirk­lich gekränkt.

Bes­ser:

Er sagte mir, dass er lie­ber mit jemand anders zusam­men­ar­bei­ten wolle. Autsch.

Oder:

Einen Tag spä­ter sagte er mir dann aber doch zu. Dar­über hab ich mich rich­tig gefreut.

Einen Tag spä­ter sagte er mir dann aber doch zu. YES!

7. Füll­wör­ter prü­fen

Tex­ter hacken ja gern auf Füll­wör­tern herum. Über­flüs­sig sol­len sie sein und den Text schwam­mig machen, ist die gän­gi­ge Mei­nung. Also Texte kür­zen, indem man sie alle streicht, oder?

Nicht grund­sätz­lich, finde ich. Viele Füll­wör­ter haben auch ihre Berech­ti­gung. Sie kön­nen einem Text einen geschmei­di­gen Lese­fluss ver­pas­sen und die Aus­sa­ge ver­fei­nern statt ver­wäs­sern. Du musst also jedes ein­zeln prü­fen.

Füll­wör­ter sind diese hier:

  • Viel­leicht
  • Etwa
  • Even­tu­ell
  • Echt
  • Offen­sicht­lich
  • Eigent­lich
  • Mitt­ler­wei­le
  • Quasi
  • Wirk­lich
  • Im Prin­zip
  • Unge­fähr

Bei­spiel 1:

Er ist offen­sicht­lich ein Ass im Texte kür­zen.

Er ist ein Ass im Texte kür­zen.

Hier würde ich offen­sicht­lich strei­chen, da die Aus­sa­ge die­sel­be bleibt.

Bei­spiel 2:

Er kann even­tu­ell zu mei­ner Party kom­men.

Er kann zu mei­ner Party kom­men.

Bei die­sem Bei­spiel lasse ich even­tu­ell drin, denn das Wort sagt aus, dass jemand nur viel­leicht zur Party kommt und noch nicht fest zuge­sagt hat. Die Aus­sa­ge wäre also eine ande­re ohne das Wort.

8. Die Text-Struk­tur NICHT ver­än­dern

Gut les­ba­re Texte sind struk­tu­riert durch Über­schrift, Zwi­schen-Über­schrif­ten, knap­pe Absät­ze und Auf­zäh­lun­gen. Auch, wenn es so ein­fach erscheint: Dampf dei­nen Text jetzt nicht zu einem dich­ten Klops ein, nur um Platz zu spa­ren.

Denn dann hat kei­ner mehr Lust, ihn zu lesen. Die Struk­tur muss luf­tig-locker blei­ben, Texte kür­zen hin oder her.

Auch Zita­te darfst (!) du nicht ein­fach so kür­zen. Oder höchs­tens, wenn du den Urhe­ber um Erlaub­nis bit­test und die Kür­zung so (…) kennt­lich machst.

9. Zum Schluss: Unbe­dingt noch­mal kom­plett durch­le­sen

Du hast dei­nen Text erfolg­reich gekürzt? Klas­se! Aber che­cke jetzt auf jeden Fall noch­mal den gan­zen Text und beson­ders die Über­gän­ge, an denen du gekürzt hast. Merkt man an die­sen Stel­len, dass da was fehlt? Kannst du die Sätze durch Ver­bin­dungs­wör­ter (und, denn, aber…) anein­an­der­fü­gen?

Und soll­test du neue Wör­ter ein­ge­baut haben, prüfe, ob du viel­leicht hier und da noch ein Syn­onym benut­zen kannst. Und lies den Text von vorn bis hin­ten durch. Wirk­lich. Wirk­lich.

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Gute Überschriften finden – eine Step-by-Step-Anleitung

Gute Überschriften finden – eine Step-by-Step-Anleitung

Die Über­schrift – oder Head­line,– ist mit das Schwie­rigs­te am Tex­ten. Denn beim Über­schrif­ten fin­den musst du so viele Dinge beach­ten: Sie soll nicht nur das Thema benen­nen, um das es geht. Sie muss auch noch

  • einen Nutzen/ Vor­teil auf­zei­gen,
  • such­ma­schi­nen­op­ti­miert sein,
  • die Ziel­grup­pe tref­fen,
  • neu­gie­rig machen
  • und am bes­ten noch guten Kaf­fee kochen.

Die Über­schrift ist das erste, was deine Leser sehen, und hält sie im Ide­al­fall bei dei­nem Text.

Wie sieht’s bei dir aus: Fal­len dir Über­schrif­ten leicht oder ver­zwei­felst du manch­mal am auf­plop­pen­den Cur­ser auf dem Word-Doku­ment?

Viele fan­gen erst­mal mit dem Fließ­text an und schrei­ben die Head­line zum Schluss. Geht natür­lich auch. Aber mir gelingt das nie – die Über­schrif­ten muss ich zuerst fin­den, da kann ich irgend­wie nicht von abwei­chen.

So schreibst du eine gute Überschrift — konkretes Beispiel:

Neh­men wir mal an, du besitzt ein Hotel in den Ber­gen, das du für Hoch­zeits­events bewer­ben möch­test.

Schau­en wir zuerst auf SEO. Denn Goog­le scannt beson­ders die Über­schrif­ten, um Key­words zu fin­den. Die H1, genau genom­men. Sie wird auf jeder Seite nur ein­mal ver­wen­det. Die soll­test du unbe­dingt auf Key­words opti­mie­ren.

Deine Key­word-Recher­che mit ver­schie­de­nen SEO-Tools wie zum Bei­spiel dem KWFin­der hat nun erge­ben, dass du auf das Long­tail-Key­word

Hoch­zeit in den Ber­gen

opti­mie­ren willst.

Ein Tipp:

Tren­ne Über­schrif­ten, in denen du viel unter­brin­gen willst, am bes­ten in zwei Teile, z. B. mit Dop­pel­punkt oder Gedan­ken­strich. So kannst du auch Key­words gut ein­set­zen, die ja meis­tens Infi­ni­ti­ve sind. Achte mal auf die­sen Satz­bau bei Sei­ten, die gut ran­ken. Dort wirst du sol­che Über­schrif­ten­auch zuhauf­fin­den.

Wir haben also Hoch­zeit in den Ber­gen. Jetzt weiß der Leser schon mal grob, was das Thema ist. Aller­dings fühlt er sich nicht direkt ange­spro­chen. Es könn­te ja jetzt auch ein Bericht von Stef­fi fol­gen, die von ihrer Hoch­zeit in den Ber­gen erzäh­len will.

Ver­su­chen wir’s mal so:

Hoch­zeit in den Ber­gen: unser Ange­bot

Jetzt ist klar, dass es da einen Ver­an­stal­ter gibt und dass man prima bei ihm hei­ra­ten kann. Aber es geht nur um den Spre­cher, nicht um den Leser. Und es schwingt auch keine beson­de­re Wärme mit.

Du könn­test also schrei­ben:

Ihre Hoch­zeit in den Ber­gen

Zack, ein ein­zel­nes Wort schafft schon den Unter­schied. Aber der Charme fehlt lei­der immer noch.

Am bes­ten hilft jetzt ein Brain­stor­ming: Ver­such dich in deine Ziel­grup­pe hin­ein­zu­ver­set­zen. Und notie­re alles, was dir zu den Begrif­fen Hei­ra­ten und Berge ein­fällt. Wirk­lich alles. Rede­wen­dun­gen, Asso­zia­tio­nen — spin­ne rum, setz dei­ner Phan­ta­sie keine Gren­zen.

Dann kommst du viel­leicht auf sowas:

 Der Berg ruft, ihr sagt „Ja“: Eure Hoch­zeit in den Ber­gen

Hoch­zeit in den Ber­gen – Ihr Tag auf Wolke sie­ben

Eure Liebe, eure Loca­ti­on: Fei­ert Hoch­zeit in den Ber­gen!

Du siehst: Das Wort Ange­bot brau­chen wir jetzt gar nicht mehr, da auch so klar wird, dass es sich um eines han­delt.

Noch ein Rat: Stress dich bitte nicht, wenn nicht alle Kri­te­ri­en erfüllt sind. Wenn du mal kein pas­sen­des Key­word fin­dest oder die direk­te Anspra­che nicht rein­kriegst, ist das nicht schlimm.

Gute Überschriften finden bedeutet auch etwas finden, mit dem du dich wohlfühlst.

Und das du gerne liest.

Ich wün­sche dir viel Spaß beim Tüf­teln!

PS: Jetzt hab ich in die­sem Bei­trag so oft „Hoch­zeit in den Ber­gen“ geschrie­ben – viel­leicht ranke ich ja dem­nächst mit die­sem Key­word und führe ein paar ver­lieb­te Pär­chen in die Irre ;-).