Weil deine Zielgruppe deine Texte selten Wort für Wort durchliest, sondern aufs Wichtigste abscannt, helfen Hervorhebungen durch fett markierte Satzteile. Ich erkläre dir, worauf du dabei achten solltest.
Butter bei die Fische: Liest du diesen Artikel gerade wirklich komplett von Anfang bis Ende? Wenn ja, dann fühle ich mich sehr geehrt und freue mich, deine Aufmerksamkeit gewonnen zu haben.
Wahrscheinlich ist es aber anders. Wahrscheinlich springt dein Auge von Überschrift zu Überschrift und bleibt an Begriffen hängen, die optisch herausstechen. Ist okay, ich bin nicht beleidigt. Denn:
Im Internet lesen wir nicht linear, wir “scannen”.
Und deshalb ist es im Online-Marketing gängig, einzelne Wörter oder Satzteile hervorzuheben, indem man sie fett markiert. So nämlich.
Genauso wie Zwischenüberschriften oder Bullets/Aufzählungen dienen sie als visuelle Anker, die verhindern, dass deine Leser gelangweilt abspringen, weil sie die gesuchte Information nicht schnell genug finden. Denn wir haben ja alle keine Zeit.
Warum Begriffe hervorgeboben werden sollten
Ich bin ehrlich: Ich finde gefettete Hervorhebungen in Texten hässlich, daher lass ich’s oft einfach. Aber das menschliche Gehirn ist nun mal faul. Also sucht es nach dem Weg des geringsten Widerstands, um Informationen aufzunehmen:
Studien im Bereich der User Experience (UX) zeigen immer wieder, dass Texte online nur überflogen (“Skimming” bzw. “Scanning”) werden.
Fett markierte Wörter wirken dabei wie ein Magnet. Sie signalisieren Relevanz. Wenn du wichtige Schlüsselwörter oder kurze Phrasen durch Hervorhebungen markierst, hilfst du deinem Leser dabei, den Kern deiner Aussage in Sekundenschnelle zu erfassen.
Das hat zwei entscheidende Vorteile:
Geringere Absprungrate: Die Leser finden schneller, was sie suchen, und bleiben eher auf der Seite
Besseres Textverständnis: Selbst beim flüchtigen Überfliegen bleibt die Hauptbotschaft hängen
Richtig dosieren: Die Dos and Don’ts bei Hervorhebungen
Aha, denkst du jetzt vielleicht, ist ja super, dann markiere ich jetzt in jedem zweiten Satz ein Wort fett. Das wäre aber zuviel des Guten und würde das Ganze wieder ad absurdum führen.
Hier mal 2 Vergleiche:
Ein Text völlig ohne Fettungen:
Spätestens mit ihrem Meilenstein-Album „Auf einem Auge blöd“ (1995) avancierte der Slang von Fettes Brot endgültig zum gesamtdeutschen Kulturgut. Das Trio lieferte damit den entscheidenden Gegenentwurf zum damals aufkommenden, oft düsteren Straßen-Rap: Sie bewiesen mit spielerischer Leichtigkeit, dass man im deutschen Hip-Hop weder ein hartes Image noch eine kriminelle Vita benötigte, um „fett“ – also in höchstem Maße relevant und cool – zu sein.
Diese Mischung aus hanseatischer Gelassenheit und Humor prägte eine ganze Generation. Für Jugendliche wurde das Wort zum universellen Gütesiegel: Alles, was zuvor schlicht „geil“ war, wurde nun als „fett“ deklariert. Heute ist der Begriff so fest in der Alltagssprache verwurzelt, dass viele gar nicht mehr wissen, wie sehr die Hamburger Hip-Hop-Welle der 90er diesen Prozess beschleunigt hat.
…..so anstrengend.
Jetzt der gleiche Text mit sinnvollen Hervorhebungen:
Spätestens mit ihrem Meilenstein-Album „Auf einem Auge blöd“ (1995) avancierte der Slang von Fettes Brot endgültig zum gesamtdeutschen Kulturgut. Das Trio lieferte damit den entscheidenden Gegenentwurf zum damals aufkommenden, oft düsteren Straßen-Rap: Sie bewiesen mit spielerischer Leichtigkeit, dass man im deutschen Hip-Hop weder ein hartes Image noch eine kriminelle Vita benötigte, um „fett“ – also in höchstem Maße relevant und cool – zu sein.
Diese Mischung aus hanseatischer Gelassenheit und Humor prägte eine ganze Generation. Für Jugendliche wurde das Wort zum universellen Gütesiegel: Alles, was zuvor schlicht „geil“ war, wurde nun als „fett“ deklariert. Heute ist der Begriff so fest in der Alltagssprache verwurzelt, dass viele gar nicht mehr wissen, wie sehr die Hamburger Hip-Hop-Welle der 90er diesen Prozess beschleunigt hat.
…wenn du jetzt nur die gefetteten Hervorhebungen liest, weißt du, dass Fettes Brot das Wort fett in den täglichen Sprachgebrauch katapultiert haben. Das ist die Essenz des ganzen Textes.
Und so fettest du korrekt:
- Fokussiere dich auf Keywords: Überlege dir vor dem Fettmarkieren, was die absoluten Kernbegriffe deines Absatzes sind.
- Markiere ganze Sinneinheiten (manchmal): Statt nur eines einzelnen Wortes kann es sinnvoll sein, eine kurze Phrase, wie z. B. “strategische Formatierung”, hervorzuheben, wenn dies den Kern der Aussage besser trifft. Aber halte es kurz.
- Mach’s wie im Fettes-Brot-Text: Ein guter Trick ist es, die Kernaussage eines langen Absatzes durch gezielte Hervorhebungen so zu gestalten, dass man den Absatz versteht, wenn man nur die fettgedruckten Teile liest.
So lieber nicht:
- Ganze Sätze fett markieren: Urrgh, too much. Stört den Lesefluss und wirkt aufdringlich. Es ist das visuelle Äquivalent zum Angebrüllt werden.
- Zusätzliche Unterstreichungen: Unterstrichener Text wird im Web fast immer als Hyperlink interpretiert. Wenn du einen Textteil fett markiert UND unterstreichst, verwirrst du deine Leser, die vergeblich versuchen, darauf zu klicken.
- Zu viele verschiedene Formate: Nutze Fettung als dein primäres Werkzeug. Kursivschreibung (Italic) eignet sich eher für Zitate, Produktnamen oder fremdsprachige Begriffe, ist aber schlechter lesbar als fette Schrift.
So! Das war die Definition von Fett (und alle Fettes-Brot-Fans verstehen die Anspielung 😉).

