Den Teaser durch­dacht zu schrei­ben lohnt sich, denn er ist der Kleb­stoff zwi­schen Über­schrift und Fließ­text. Hier ein paar Bei­spie­le.

 

Erst­mal kurz zur Defi­ni­ti­on: „Teaser“ bedeu­tet so viel wie „Anrei­ßer“. Du fin­dest die­sen Text­ab­schnitt sowohl in redak­tio­nel­len Bei­trä­gen als auch auf Web­sites. „To tease“ heißt im Eng­li­schen „necken“ — ich ver­mu­te, weil der Teaser etwas Span­nen­des erzählt, aber mit der Poin­te noch nicht raus­rückt.

(Bitte ver­wech­sel den Teaser nicht mit der Sub­li­ne – die steht zwar auch unter der Head­line, ist aber nur eine „Line“, also ein Satz oder eine Ellip­se.)

Begin­nen wir mal beim Auf­bau eines Tex­tes, der, klar, mit der Über­schrift anfängt.

Von der Überschrift hängt ab, wie du danach den Teaser textest.

Sagen wir mal, du bist Fit­ness­trai­ner und willst auf dei­ner Web­site dein Ange­bot bewer­ben. Du fängst also mit einer Head­line an. Die soll­te nicht län­ger als ein Satz sein:

Phan­tas­tisch fit – fühl dich wohl in dei­nem Kör­per

Dies ist eine Head­line, die auf den Kun­den­vor­teil und auf Emo­tio­nen abzielt. Kann man machen. Was der Leser jetzt aber noch nicht weiß: Dass es um einen Fit­ness­trai­ner geht, der gebucht wer­den will. Also die klas­si­schen W‑Fragen. Du hast hier also eine Wis­sens­lü­cke, die du mit dem Teaser schlie­ßen musst.

Des­halb macht es Sinn, den dar­auf­fol­gen­den Teaser wie in die­sem Bei­spiel zu tex­ten:

Hi, ich bin Thors­ten Turn­schuh, dein Per­so­nal Fit­ness Coach. Lass uns zusam­men an dei­ner Wunsch­fi­gur arbei­ten!

Jetzt weiß der Leser, um wen es geht, was der­je­ni­ge leis­tet und was er machen soll, näm­lich im per­sön­li­chen Trai­ning an der Wunsch­fi­gur arbei­ten.

Du kannst es aber auch genau umge­kehrt tex­ten:

 

(Head­line)

Thors­ten Turn­schuh, dein Per­so­nal Fit­ness Coach

(Teaser)

Fällt es dir allei­ne schwer, ins regel­mä­ßi­ge Trai­ning zu kom­men? Zu zweit schaf­fen wir mehr – bis du dich in dei­nem Kör­per wie­der wohl­fühlst!

Du merkst: Der Teaser steht mit der Headline im Wechselspiel.

Kein Teil kann für sich allein ste­hen. Er rich­tet sich danach, was die Head­line ver­rät oder eben nicht ver­rät. Und dann schafft der Teaser auch noch die Brü­cke zum Fließ­text, der danach kommt.

Lass uns aber jetzt ver­su­chen, den Teaser von Thors­ten Turn­schuh noch ein biss­chen span­nen­der zu schrei­ben. Dazu müs­sen wir den Teil des The­mas fin­den, der für den Leser von größ­tem Inter­es­se ist:

 

(Head­line)

Thors­ten Turn­schuh, dein Per­so­nal Fit­ness Coach

(Teaser)

Ein Drill Ins­truc­tor als Per­so­nal Trai­ner? Muss gar nicht sein. Mit wel­cher sanf­ten Trai­nings­me­tho­de ich dich in nur 3 Wochen wie­der rich­tig sexy krie­ge, ver­ra­te ich dir hier.

 

Boah! Hier wer­den eine Menge Bene­fits in Aus­sicht gestellt – die der Leser aber erst erfährt, wenn er wei­ter­liest. Und da er natür­lich unbe­dingt sexy sein will, tut er das auch. Die­ser Teaser erklärt also, um was es geht, und macht gleich­zei­tig neu­gie­rig auf den fol­gen­den Fließ­text.

Fang also immer mit der Head­line an, dann kannst du dar­auf auf­bau­end den Teaser schrei­ben und davon wie­der­um den Fließ­text ablei­ten. Achte dar­auf, dass sich Inhal­te ergän­zen, aber nicht dop­peln.

Betrachte den Teaser als Köder für den Leser.

Denn die lesen Texte nicht Wort für Wort durch, son­dern scan­nen ihn erst mal ab und über­flie­gen ihn. In weni­gen Sekun­den ent­schei­den sie: Inter­es­siert mich das oder suche ich meine Lösung auf einer ande­ren Web­site?

Ein kur­zer Teaser bie­tet des­halb die per­fek­te Mög­lich­keit zu ent­schei­den, ob sie sich die Zeit für den aus­führ­li­chen Fließ­text neh­men wol­len.

Was du beim Teaser schreiben noch beachten solltest:

Für den Teaser gel­ten die­sel­ben Text­re­geln wie auch für ande­re Text­sor­ten, das heißt:

  • Sprich dei­nen Leser immer direkt an
  • Ein­fa­che und ver­ständ­li­che Spra­che wäh­len
  • und zwei, maxi­mal drei Sätze rei­chen

Und was ist mit Key­words?

Müs­sen die auch in den Teaser? Kla­res jein. Streng genom­men muss das Key­word sowohl in die Head­line als auch in den Teaser. Da der Teaser ja aber nun mal direkt nach der Head­line kommt, kann es pas­sie­ren, dass das Key­word zu dicht auf­ein­an­der­folgt, sich Infos dop­peln und der Text außer­dem komisch klingt.

Hier ein Beispiel, wie du Keywords im Teaser nicht texten solltest:

(Head­line)

Ihr Mak­ler in Ober­am­mer­gau: Mül­ler Immo­bi­li­en

(Teaser)

Wir als Mak­ler in Ober­am­mer­gau bie­ten Ihnen den bes­ten Ser­vice vor Ort, um Ihre Immo­bi­lie zu fin­den – indi­vi­du­ell und auf Sie zuge­schnit­ten.

 

Hier merkst du sofort, dass „Mak­ler Ober­am­mer­gau“ viel zu eng anein­an­der­ge­klatscht ist — der Text wirkt künst­lich.

Füge also das Key­word im Zwei­fel lie­ber in die Head­line, also die <h1> ein, denn die ist für Goog­le wich­ti­ger als der Teaser. Dann lässt du es im Teaser weg und bringst es dafür danach noch ein paar Mal in der <h2> unter. Dass sich der Text ver­nünf­tig liest, ist immer wich­ti­ger als SEO.

Sag mir gern, ob dir die Bei­spie­le zum Teaser tex­ten gehol­fen haben! 🙂