Texte kürzen in 9 einfachen Schritten

Texte kürzen in 9 einfachen Schritten

Hi, ich bin Lena Block, Tex­te­rin, und ver­ra­te dir hier 9 Tipps, wie du deine Texte sinn­voll kür­zen kannst, ohne dass du auf wich­ti­ge Aus­sa­gen ver­zich­ten musst. Wobei:

Wann solltest du Texte überhaupt kürzen?

Wenn du an einem Flyer arbei­test, eine Email oder einen Post für Insta­gram schreibst, ist dein Platz limi­tiert. Du musst also schau­en, dass du das, was du sagen willst, in einer vor­ge­ge­be­nen Zei­chen­an­zahl unter­kriegst. Ich selbst muss auch oft kür­zen, meine Bild­be­schrei­bun­gen für Insta­gram wer­den oft viel zu lang.

Oder willst du Texte auf dei­ner Web­site kür­zen?

Dann frage ich mich: warum? Deine Web­site ist eine rie­si­ge Spiel­wie­se, auf der du schrei­ben kannst, so viel du möch­test. Ein kür­ze­rer Text ist nicht auto­ma­tisch ein bes­se­rer Text. Ein lan­ger aber auch nicht. Nimm dir den Platz für das, was du sagen willst. Wenn dein Text bis zum Schluss span­nend und inter­es­sant zu lesen ist, hat er genau die rich­ti­ge Länge.

Für die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung rate ich dir sogar eher zu lan­gen Tex­ten, weil du da die Key­word-Opti­mie­rung bes­ser aus­spie­len kannst.

Was tau­gen Online-Tools zum auto­ma­ti­schen Texte kür­zen?

Klar kannst du dei­nen Text auch online kür­zen. Aber als haupt­be­ruf­li­che Tex­te­rin mit 14 Jah­ren Erfah­rung auf dem Buckel bin ich selbst­ver­ständ­lich der Mei­nung, dass Sei­ten wie Reso­o­mer und so wei­ter nichts tau­gen ;-).

Zum Texte kür­zen gehört Fin­ger­spit­zen­ge­fühl und ein mensch­li­ches Gehirn. Das kann kein Robo­ter erset­zen. Ich würde das immer selbst machen.

 

Hier kommen 9 Hacks, wie du Texte am besten kürzen und umschreiben kannst:

1. Zusam­men­fas­sen statt aus­schwei­fen

Liegt auf der Hand: Wenn du mit dem Platz zum Tex­ten nicht hin­reichst, fasse meh­re­re Sätze zu einem zusam­men. Das bedeu­tet lei­der auch, dass du auf Details, die dir viel­leicht wich­tig sind, ver­zich­ten musst. Aber oft kann der Leser sich diese Details auch selbst den­ken.

Bei­spiel:

Am Tele­fon kön­nen wir über Brie­fing, Timing, Key­word-Recher­che und Geschäfts­be­din­gun­gen spre­chen.

Zusam­men­ge­fasst:

Am Tele­fon kön­nen wir über alles Wich­ti­ge spre­chen.

2. Ver­le­gen­heits­sät­ze erken­nen und strei­chen

Es gibt so Sätze, die du schon oft gele­sen hast und die sich des­halb in dei­nem Hin­ter­kopf ver­an­kert haben. Das heißt aber nicht, dass sie sinn­voll sind. Also Sätze wie

Ich bin jeder­zeit für Sie zu errei­chen

Ich freue mich auf Sie

Wir arbei­ten ter­min­ge­recht und zuver­läs­sig

Diese Aus­sa­gen kannst du ersatz­los strei­chen. Denn dass du für deine Kun­den da bist und zuver­läs­sig arbei­test, soll­te selbst­ver­ständ­lich sein und muss nicht extra erwähnt wer­den.

3. Texte am Ende statt am Anfang kür­zen

Denn beim Schrei­ben nei­gen wir dazu, das Wich­tigs­te am Anfang zu sagen und ver­zicht­ba­re Rand-Details erst zum Schluss.

4. Schmeiß die Adjek­ti­ve raus

Adjek­ti­ve kön­nen eine miese Falle sein. Eigent­lich sol­len sie hel­fen, das Gesag­te aus­zu­schmü­cken und zu unter­strei­chen. Aber es gibt ein paar Adjek­ti­ve, mit denen du dir kei­nen Gefal­len tust. Weil sie in Wirk­lich­keit gar nichts aus­sa­gen und dei­nen Text nur künst­lich auf­bla­sen.

Bei­spiel:

Ich habe ein ein­zig­ar­ti­ges Ange­bot für Sie, das genau auf Ihre Situa­ti­on zuge­schnit­ten ist.

Ein­zig­ar­tig klingt ziem­lich bil­lig, oder? Das sind die Stel­len, an denen du Texte super kür­zen kannst. Auch auf der roten Liste ste­hen Wör­ter wie

  • Exklu­siv
  • Attrak­tiv
  • Unver­gess­lich
  • Span­nend

und so wei­ter. Kön­nen alle weg.

5. Infi­ni­ti­ve und Hilfs­ver­ben

Ein Infi­ni­tiv ist die Grund­form eines Verbs, zum Bei­spiel schrei­ben, lesen, sagen. Und Hilfs­ver­ben sind Ver­ben wie müs­sen, sol­len, kön­nen, machen. Wann immer du einen Satz mit Infi­ni­ti­ven oder Hilfs­ver­ben bil­dest, wird er ver­mut­lich ziem­lich lang. Außer­dem ver­schach­teln sie die Satz­kon­struk­ti­on unnö­tig.

Du kannst also Texte gut kür­zen, wenn du diese Ver­ben streichst. Bei­spiel:

Ob das klappt, habe ich nicht sofort sagen kön­nen.

Bes­ser:

Ob das klappt, wuss­te ich nicht sofort.

6. Ganze Sätze durch ein ein­zi­ges Wort erset­zen

Der Geheim­kniff: Um etwas aus­zu­drü­cken, braucht es nicht immer einen aus­for­mu­lier­ten Satz. Manch­mal reicht auch nur ein Wort, um die­sel­be Aus­sa­ge oder Emo­ti­on zu trans­por­tie­ren.

Bei­spiel:

Er sagte mir, dass er lie­ber mit jemand anders zusam­men­ar­bei­ten wolle. Das hat mich wirk­lich gekränkt.

Bes­ser:

Er sagte mir, dass er lie­ber mit jemand anders zusam­men­ar­bei­ten wolle. Autsch.

Oder:

Einen Tag spä­ter sagte er mir dann aber doch zu. Dar­über hab ich mich rich­tig gefreut.

Einen Tag spä­ter sagte er mir dann aber doch zu. YES!

7. Füll­wör­ter prü­fen

Tex­ter hacken ja gern auf Füll­wör­tern herum. Über­flüs­sig sol­len sie sein und den Text schwam­mig machen, ist die gän­gi­ge Mei­nung. Also Texte kür­zen, indem man sie alle streicht, oder?

Nicht grund­sätz­lich, finde ich. Viele Füll­wör­ter haben auch ihre Berech­ti­gung. Sie kön­nen einem Text einen geschmei­di­gen Lese­fluss ver­pas­sen und die Aus­sa­ge ver­fei­nern statt ver­wäs­sern. Du musst also jedes ein­zeln prü­fen.

Füll­wör­ter sind diese hier:

  • Viel­leicht
  • Etwa
  • Even­tu­ell
  • Echt
  • Offen­sicht­lich
  • Eigent­lich
  • Mitt­ler­wei­le
  • Quasi
  • Wirk­lich
  • Im Prin­zip
  • Unge­fähr

Bei­spiel 1:

Er ist offen­sicht­lich ein Ass im Texte kür­zen.

Er ist ein Ass im Texte kür­zen.

Hier würde ich offen­sicht­lich strei­chen, da die Aus­sa­ge die­sel­be bleibt.

Bei­spiel 2:

Er kann even­tu­ell zu mei­ner Party kom­men.

Er kann zu mei­ner Party kom­men.

Bei die­sem Bei­spiel lasse ich even­tu­ell drin, denn das Wort sagt aus, dass jemand nur viel­leicht zur Party kommt und noch nicht fest zuge­sagt hat. Die Aus­sa­ge wäre also eine ande­re ohne das Wort.

8. Die Text-Struk­tur NICHT ver­än­dern

Gut les­ba­re Texte sind struk­tu­riert durch Über­schrift, Zwi­schen-Über­schrif­ten, knap­pe Absät­ze und Auf­zäh­lun­gen. Auch, wenn es so ein­fach erscheint: Dampf dei­nen Text jetzt nicht zu einem dich­ten Klops ein, nur um Platz zu spa­ren.

Denn dann hat kei­ner mehr Lust, ihn zu lesen. Die Struk­tur muss luf­tig-locker blei­ben, Texte kür­zen hin oder her.

Auch Zita­te darfst (!) du nicht ein­fach so kür­zen. Oder höchs­tens, wenn du den Urhe­ber um Erlaub­nis bit­test und die Kür­zung so (…) kennt­lich machst.

9. Zum Schluss: Unbe­dingt noch­mal kom­plett durch­le­sen

Du hast dei­nen Text erfolg­reich gekürzt? Klas­se! Aber che­cke jetzt auf jeden Fall noch­mal den gan­zen Text und beson­ders die Über­gän­ge, an denen du gekürzt hast. Merkt man an die­sen Stel­len, dass da was fehlt? Kannst du die Sätze durch Ver­bin­dungs­wör­ter (und, denn, aber…) anein­an­der­fü­gen?

Und soll­test du neue Wör­ter ein­ge­baut haben, prüfe, ob du viel­leicht hier und da noch ein Syn­onym benut­zen kannst. Und lies den Text von vorn bis hin­ten durch. Wirk­lich. Wirk­lich.

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