Was KI dir nicht sagt, wenn du deine Website textest

Was KI dir nicht sagt, wenn du deine Website textest

ChatGPT, Gemi­ni und Co kön­nen eine super Unter­stüt­zung sein, wenn du deine Web­site-Texte erstellst. Aller­dings birgt die KI-Nut­zung auch viele Risi­ken, wenn du nicht rich­tig promp­ten kannst.

Nicht, weil KI per se schlecht wäre. Ich lasse mir bei mei­ner Tex­terstel­lung auch gern von Clau­de unter die Arme grei­fen.

Aber KI führt nur aus, was du sagst, nicht mehr und nicht weniger.

Dazu mal ein Bei­spiel:

Ange­nom­men, du bist eine selb­stän­di­ge Hun­de­trai­ne­rin und willst nun deine Web­site tex­ten. Du bist ver­traut mit den übli­chen Sei­ten wie Start, Über , Kon­takt usw., weil du das auf ande­ren Web­sites so gese­hen hast, und fängst jetzt ein­fach mal mit der Start­sei­te an. Weil du eine per­sön­li­che Web­site möch­test und weißt, dass du dein KI-Tool mit Infos füt­tern musst, promp­test du:

„Texte mir eine Start­sei­te für meine Web­site. Ich bin Hun­de­trai­ne­rin Erika Mus­ter­mann aus Osna­brück. Ich biete Trai­ning für Hun­de­be­sit­zer aus der Regi­on an, und zwar Wel­pen­trai­ning, Gassi-Trai­ning und 1:1‑Coachings für Ein­zel­per­so­nen mit ihren Vier­bei­nern. Ich habe selbst drei Retrie­ver und liebe Hunde über alles. Kun­den kön­nen mich tele­fo­nisch oder per Mail kon­tak­tie­ren.“

Und KI macht dann daraus das hier:

„Klingt span­nend! Hier ist ein Vor­schlag für deine Web­site-Start­sei­te mit freund­li­chem, ver­trau­ens­wür­di­gem Cha­rak­ter und kla­rer Struk­tur.

Herz­lich will­kom­men bei Hun­de­trai­ning Erika Mus­ter­mann

Schön, dass Sie hier sind! Ich bin Erika Mus­ter­mann, zer­ti­fi­zier­te Hun­de­trai­ne­rin aus Osna­brück – und lei­den­schaft­li­che Hun­de­hal­te­rin von drei fröh­li­chen Retrie­vern. Seit vie­len Jah­ren beglei­te ich Men­schen und ihre Vier­bei­ner dabei, zu einem har­mo­ni­schen Team zusam­men­zu­wach­sen – mit Herz, Geduld und kla­rer Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Mein Ange­bot:

  • Wel­pen­trai­ning: Für den gelun­ge­nen Start ins Hun­de­le­ben – spie­le­risch und lie­be­voll.
  • Gassi-Trai­ning: Ent­spannt unter­wegs, ohne Zie­hen an der Leine und ohne Stress.
  • 1:1‑Coachings: Indi­vi­du­el­le Beglei­tung für Sie und Ihren Hund – ganz auf Ihre Bedürf­nis­se abge­stimmt.

Ob neu­gie­ri­ger Welpe oder eigen­wil­li­ger Beglei­ter: Gemein­sam fin­den wir den Weg zu mehr Ver­trau­en, Ver­ständ­nis und Freu­de im All­tag.

So errei­chen Sie mich:
Rufen Sie mich an oder schrei­ben Sie mir eine E‑Mail – ich freue mich auf Sie und Ihren Hund!“

 

Auf den ers­ten Blick hat KI also alles über­nom­men, was du gepromp­tet hast.

ABER.

Und das ist jetzt wirk­lich ein Rie­sen-Rie­sen-Aber:

So sieht keine benutzerfreundliche Startseite aus.

Eine Start­sei­te besteht nicht aus einer Text­wurst, son­dern folgt im Ide­al­fall einem bestimm­ten Auf­bau aus the­ma­ti­schen Abschnit­ten, die dei­nen Inter­es­sen­ten einen schnel­len Über­blick geben und sie auf deine ande­ren (Angebots-)Seiten führt.

Das geht in die­sem KI-Text aber völ­lig unter. Es feh­len der typi­sche Info­häpp­chen-Auf­bau, Ver­lin­kun­gen zu den Ange­bots­sei­ten, der Über-Seite, Kun­den­stim­men, loka­le Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung und Hand­lungs­auf­for­de­run­gen.

Statt­des­sen schlimms­ter Flos­kel-Alarm („Will­kom­men“).

Warum fehlt das alles? Weil du es nicht gepromptet hast.

KI macht nur, was du sagst, und schaut dabei nicht nach rechts und links.

KI-Tools haben Scheu­klap­pen auf. Sie sehen nur den einen Text, den du gera­de von ihnen willst. Den Zusam­men­hang dei­ner Web­site? Die logi­sche Struk­tur? Die Ver­bin­dung zwi­schen Start­sei­te, Unter­sei­ten und Menü?

Macht sie nicht, wenn sie nichts davon weiß.

Wenn du nicht expli­zit sagst “Ver­lin­ke hier auf die Leis­tungs­sei­te”, tut sie es nicht. Selbst wenn es inhalt­lich Sinn erge­ben würde. Sie erkennt nicht, dass deine Start­sei­te auf drei ver­schie­de­ne Ser­vice-Berei­che hin­wei­sen soll­te. Oder dass ein Kurz­por­trait von dir auf die Über-Seite füh­ren müss­te.

Wenn du also selbst dieses Wissen nicht mitbringst, weiß es keiner von euch beiden.

Und dann wird deine Web­site murks.

Das Ergeb­nis: Sei­ten, die neben­ein­an­der exis­tie­ren statt mit­ein­an­der zu arbei­ten. Besu­cher lan­den auf dei­ner Start­sei­te und wis­sen nicht, wo sie als Nächs­tes kli­cken sol­len. Oder sie kom­men auf eine Unter­sei­te und fin­den nicht zurück zur Über­sicht.

Eine Web­site ist kein ein­zel­nes Text­do­ku­ment, son­dern ein inein­an­der­grei­fen­des Sys­tem aus Sei­ten, die sich gegen­sei­tig ver­stär­ken.

Wür­den wir die Start­sei­te der Hun­de­trai­ne­rin über­ar­bei­ten, käme fol­gen­der Ent­wurf der Sache schon näher:

 

Hun­de­trai­ning in Osna­brück

Ich bin Erika Mus­ter­mann, zer­ti­fi­zier­te Hun­de­trai­ne­rin aus Osna­brück, lei­den­schaft­li­che Hal­te­rin drei­er fröh­li­cher Retrie­ver – und über­zeugt davon, dass jedes Mensch-Hund-Team ein­zig­ar­tig ist. Mein Ziel: Ihnen zu zei­gen, wie ent­spann­te, freu­di­ge und ver­ständ­nis­vol­le Zusam­men­ar­beit mit Ihrem Hund im All­tag gelingt.

Ver­trau­en auf­bau­en – Ver­hal­ten ver­ste­hen – gemein­sam wach­sen

Mein Ange­bot für Sie

Ich beglei­te Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter aus Osna­brück und Umge­bung mit indi­vi­du­el­len Trai­nings­kon­zep­ten – pra­xis­nah, all­tags­ori­en­tiert und mit Liebe zum Detail:

  • [Wel­pen­trai­ning →] (/welpentraining)
    Für einen gelun­ge­nen Start ins Hun­de­le­ben – sicher, spie­le­risch und mit posi­ti­ver Prä­gung.

[Mehr erfah­ren]

  • [Gassi-Trai­ning →] (/gas­si-trai­ning)
    Lei­nen­füh­rig­keit ohne Stress: Ler­nen Sie, wie Spa­zie­ren­ge­hen zur Freu­de für beide wird.

[Mehr erfah­ren]

  • [1:1‑Coaching →] (/einzeltraining)
    Indi­vi­du­el­le Betreu­ung für Sie und Ihren Hund, abge­stimmt auf Ihre Fra­gen, Ziele und All­tags­si­tua­tio­nen.

[Mehr erfah­ren]

Das zeich­net mein Hun­de­trai­ning aus:

  • Indi­vi­du­ell & empa­thisch: Kein Schema‑F, son­dern Trai­ning, das zu Ihnen und Ihrem Hund passt.
  • Erfah­rung aus Lei­den­schaft: Drei Retrie­ver, viele Jahre Trai­ning – ich weiß, was Hunde bewegt.
  • All­tags­taug­lich: Übun­gen, die sich wirk­lich im täg­li­chen Leben umset­zen las­sen.
  • Regio­nal ver­wur­zelt: Per­sön­lich, zuver­läs­sig und immer in Ihrer Nähe – Hun­de­trai­ning in Osna­brück.

Über mich

Ich bin Erika Mus­ter­mann, Ihre Hun­de­trai­ne­rin in Osna­brück

Hunde beglei­ten mich seit mei­ner Kind­heit, und meine drei Retrie­ver erin­nern mich täg­lich daran, wie indi­vi­du­ell jedes Tier ist. Als zer­ti­fi­zier­te Hun­de­trai­ne­rin unter­stüt­ze ich Men­schen und Hunde dabei, im All­tag bes­ser mit­ein­an­der zu kom­mu­ni­zie­ren – mit Geduld, posi­ti­ver Bestär­kung und Freu­de am gemein­sa­men Ler­nen.

[Mehr über Erika]

Kun­den­stim­men

Lesen Sie, was ande­re Hun­de­hal­te­rin­nen und ‑hal­ter über mein Trai­ning sagen:

“Erika hat uns gehol­fen, unse­ren jun­gen Hund end­lich stress­frei an der Leine zu füh­ren.”
— Fami­lie Schrö­der, Osna­brück

Mehr Erfah­rungs­be­rich­te fin­den Sie auf der Seite [Kun­den­stim­men →] (/kundenstimmen).

Jetzt kos­ten­lo­ses Erst­ge­spräch anfra­gen

Ver­ein­ba­ren Sie Ihr per­sön­li­ches Ken­nen­lern-Gespräch – tele­fo­nisch oder per Mail. Gemein­sam fin­den wir das pas­sen­de Trai­ning für Sie und Ihren Vier­bei­ner.

📞 Tele­fon: 0541 / 123456
✉️ E‑Mail: kontakt@hundetraining-mustermann.de

oder direkt hier: [Ter­min anfra­gen →] (/kontakt)

Ihr Hun­de­trai­ning in Osna­brück, Belm, Wal­len­horst und Umge­bung – für ein star­kes Team aus Mensch und Hund.

 

 

Du merkst also: KI ist nützlich als Werkzeug, aber denkt nicht für dich mit.

KI kann:

  • Text­ent­wür­fe lie­fern, die du über­ar­bei­test
  • For­mu­lie­run­gen vari­ie­ren
  • Lücken fül­len
  • Lange Texte kür­zen oder umge­kehrt
  • Feh­ler­chen fin­den

Sie kann nicht:

  • Deine Web­site für dich kon­zi­pie­ren
  • Sei­ten­struk­tu­ren erstel­len
  • Logi­sche Ver­bin­dun­gen zwi­schen Sei­ten her­stel­len
  • Ent­schei­den, was auf wel­che Seite gehört
  • Ein Menü ent­wi­ckeln, das dein Busi­ness abbil­det
  • Echte Key­words recher­chie­ren und ein­fü­gen

 

KI-Tools wie ChatGPT oder Clau­de sind bril­lan­te Assis­ten­ten, aber eben genau das: Assis­ten­ten. Sie füh­ren stumpf aus, was du ihnen sagst, aber sie bli­cken nicht über den Tel­ler­rand.

Eine gute Web­site lebt aber von Struk­tur, Logik, Ver­bin­dun­gen zwi­schen den Sei­ten. Sie braucht ein Ver­ständ­nis dafür, wie Besu­cher navi­gie­ren, wonach sie suchen und wel­che Hand­lung sie aus­füh­ren sol­len.

Das alles musst du vor dem Tex­ten wis­sen. Erst dann kann KI dir wirk­lich hel­fen, beim For­mu­lie­ren, Vari­ie­ren, Ver­fei­nern.

Wenn du deine Website selbst erstellst, investiere also zuerst Zeit ins Konzept:

  • Wel­che Sei­ten brauchst du wirk­lich?
  • Wie sol­len sie mit­ein­an­der ver­knüpft sein?
  • Was ist das Ziel jeder ein­zel­nen Seite?
  • Wo sol­len Besu­cher als Nächs­tes hin­ge­lei­tet wer­den?

Erst wenn diese Fra­gen beant­wor­tet sind, wird KI zu einem wert­vol­len Hel­fer statt zu einem Pro­du­zen­ten mit­tel­mä­ßi­ger Text­würs­te.

Ciao, ChatGPT, ich habe jetzt eine bessere KI

Ciao, ChatGPT, ich habe jetzt eine bessere KI

Irgend­wann war‘s dann genug: Ich habe meine Text-KI gewech­selt und den Account bei ChatGPT gekün­digt.

 

Nach mona­te­lan­ger Nut­zung des unan­ge­foch­te­nen Markt­füh­rers habe ich eine Alter­na­ti­ve zu ChatGPT gefun­den, die ähn­lich funk­tio­niert, aber der bes­se­re Ersatz ist, und zwar Clau­de von Anthro­pic. Der Grund ist sim­pel: Ich brau­che ein Arbeits­werk­zeug, kei­nen digi­ta­len Cheer­lea­der.

Das Leben, all das Wis­sen, unse­re Fra­gen, der Fort­schritt: Frü­her löcher­ten mich meine Kin­der, was die Welt im Inne­ren zusam­men­hält, und im Ide­al­fall hatte ich eine Ant­wort parat. Manch­mal frag­ten sie etwas Kom­pli­zier­tes, und ich sagte, puh, weiß ich auch nicht, lass uns nach­her bei Goog­le schau­en. Noch spä­ter woll­ten sie wie­der etwas wis­sen, und ich mein­te dann, tja, keine Ahnung, gucken wir mal bei ChatGPT nach.

Ich sagte „ChatGPT“, nicht „KI“. So, wie Men­schen nach einem Tempo fra­gen, wenn sie ein Papier­ta­schen­tuch mei­nen, Tesa, wenn sie Kle­be­band suchen, und Label­lo, wenn sie Lip­pen­pfle­ge brau­chen.

Der Marktführer wird mit dem Produkt gleichgesetzt

Als der KI-Hype los­ging, bin ich wie die meis­ten ande­ren als ers­tes zu ChatGPT gegan­gen, weil ja alle davon spra­chen und ChatGPT mit über 82% Markt­an­teil bei KI-Chat­bots der abso­lu­te Mono­po­list ist. Ope­nAI war ein­fach früh dran und hat cle­ver Mar­ke­ting gemacht.

Ich hab dann dort sehr viel Zeit ver­bracht, sowohl für pri­va­te Anlie­gen als auch für meine Arbeit als SEO-Tex­te­rin. Für mei­nen Plus-Account zahl­te ich 23 Euro pro Monat.

Vor ein paar Wochen kam aller­dings der Punkt, wo ich keine Lust mehr auf ChatGPT hatte. Auf die immer glei­che Tona­li­tät (trotz indi­vi­du­el­ler Prompts), auf die Gedan­ken­stri­che und die schie­re Freu­de am Spaß, die sinn­los in allen Ant­wor­ten durch­schim­mer­te.

Rage against the machine

Denn ChatGPT ist so pro­gram­miert, dass dir bei jeder Anfra­ge Honig um den Mund geschmiert wird. Das ist mal okay, lang­fris­tig aber ner­vig und nicht glaub­wür­dig. Clau­de ist da ein­fach deut­lich sach­li­cher.

Ein simp­ler Ver­gleich:

Lena: „Ich möch­te mir ein Mar­me­la­den­brot machen und dazu Gewürz­gur­ken essen.“

Clau­de: „Das klingt nach einer inter­es­san­ten Geschmacks­kom­bi­na­ti­on.“

ChatGPT: „Was für eine herr­lich eigen­wil­li­ge Kombi!“

 

„Herr­lich“? Na ja….

Bei ChatGPT beginnt jede Ant­wort gefühlt mit „Groß­ar­ti­ge Frage!” oder „Das ist ein span­nen­des Thema!”, selbst wenn ich nur wis­sen will, wie man ein Komma setzt. Natür­lich ist mir klar, dass wir von einer Maschi­ne spre­chen und es mir im Grun­de egal sein könn­te, wie da jubi­liert wird. Trotz­dem ging mir diese auf­ge­setz­te Begeis­te­rung auf Dauer auf den Keks.

Clau­de dage­gen ant­wor­tet sach­lich, prä­zi­se und ohne unnö­ti­ges Bei­werk. Die Tona­li­tät ist erwach­sen, die Ant­wor­ten kom­men schnel­ler auf den Punkt. Hier nutze ich die Pro-Ver­si­on für 15 Euro monat­lich (das Klein­vieh, der Mist,…).

Und über das Thema Gedan­ken­stri­che bei ChatGPT habe ich mich ja sogar geson­dert aus­ge­las­sen.

Geheimnisse – talking about Datenschutz

Und dann war da noch diese Schlag­zei­le, die ich kürz­lich bei Spie­gel Online gele­sen habe:

„Hun­der­te Mil­lio­nen Men­schen nut­zen ChatGPT, man­che ver­trau­en dem Dienst Inti­mes an. Nicht jeder dürf­te wis­sen, dass man­che Chats von Mit­ar­bei­tern von Ope­nAI gele­sen wer­den. Und sogar von der Poli­zei.”

Als Tex­te­rin bear­bei­te ich oft sen­si­ble Kun­den­pro­jek­te, ver­trau­li­che Brie­fings und unver­öf­fent­lich­te Kon­zep­te. Und ich lasse mich bei der Tex­terstel­lung auch von KI unter­stüt­zen. Aber die Vor­stel­lung, dass diese Inhal­te von Ope­nAI-Mit­ar­bei­tern ein­ge­se­hen wer­den könn­ten, ist schlicht inak­zep­ta­bel. Auch wenn Ope­nAI beteu­ert, dass dies nur zu Qua­li­täts­si­che­rungs­zwe­cken gesche­he – das Risi­ko bleibt.

Bei Clau­de kann ich das letzt­end­lich auch nicht zu 100% wis­sen, aber ich habe ein bes­se­res Gefühl. Anthro­pic posi­tio­niert sich expli­zit als Unter­neh­men, das KI-Sicher­heit ernst nimmt. Tat­säch­lich haben die Grün­der von Clau­de mal bei Ope­nAI gear­bei­tet, dann aber das Unter­neh­men wegen Sicher­heits­be­den­ken ver­las­sen und Clau­de gegrün­det.

ChatGPT überschwemmt das Web

Mei­nen Wech­sel mit­ent­schie­den hat wahr­schein­lich auch ein biss­chen Koket­te­rie: Ich will nicht so wie alle ande­ren klin­gen. Seit KI wird ja jeder Online-Text poten­ti­ell auf ChatGPT ver­däch­tigt: Sind da Gedan­ken­stri­che? Klingt der Text glatt­ge­zo­gen, banal und steckt vol­ler Bul­lets? Fängt an mit „In einer Welt, die (…)“ oder hat diese typi­sche Auf­zäh­lung ( „Ob a, b oder c – nimm d!“)?

Wer sich viel mit ChatGPT beschäf­tigt, erkennt irgend­wann die typi­sche Aus­drucks­wei­se im Schlaf wie­der, oder glaubt das zumin­dest. Und es gibt ja sehr viele Nut­zer, die GTP-Texte 1:1 über­neh­men, statt sie noch­mal per­sön­lich anzu­pas­sen. Das Resul­tat ist Ein­heits­brei, der das Web über­zieht und alle gleich aus­se­hen lässt.

Clau­de hat eine ande­re Stim­me. Nicht so vor­her­seh­bar, weni­ger for­mel­haft. Die Texte klin­gen erwach­se­ner, weni­ger nach Moti­va­ti­ons­trai­ner auf Lin­ke­dIn. Das macht einen Unter­schied, nicht nur inhalt­lich, son­dern auch für die eige­ne Marke.

Noch besser als ChatGPT und Claude zusammen

Noch etwas habe ich mitt­ler­wei­le gelernt: mehr zu ver­glei­chen und nicht nur ein oder zwei Tools zu ver­trau­en. Clau­de ist nicht das Happy End. Die bes­ten und rea­li­täts­na­hen Ergeb­nis­se erhal­te ich, wenn ich meine Anfra­ge nicht nur bei Clau­de ein­ge­be, son­dern auch in der (kos­ten­lo­sen) Ver­si­on von ChatGPT UND der von Per­ple­xi­ty und Goog­le Gemi­ni.

Denn unter­schied­li­che KI haben unter­schied­li­che Stär­ken. Und durch den Abgleich meh­re­rer Quel­len erhal­te ich bes­se­re, ver­läss­li­che­re Ergeb­nis­se.

Per­ple­xi­ty ist her­vor­ra­gend für Fak­ten­re­cher­che und aktu­el­le Infor­ma­tio­nen. Gemi­ni hat seine Stär­ken bei der Ana­ly­se län­ge­rer Texte. Und Clau­de ist mein Haupt­werk­zeug für alles, was Text­ar­beit, Kon­zep­ti­on und struk­tu­rier­tes Den­ken erfor­dert.

Ein Bei­spiel aus mei­ner Pra­xis:

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Job­an­fra­ge von einem gro­ßen Unter­neh­men, das eigent­lich außer­halb mei­ner Ziel­grup­pe liegt und sich auch locker eine Wer­be­agen­tur hätte leis­ten kön­nen. Dass ich da kein 0–8/15-Angebot hin­schi­cken konn­te, war klar. Aber wel­che Zah­len genau ich nen­nen soll­te, wuss­te ich auch nicht.

Nutze das KI-Schwarmwissen!

Also gab ich alle Para­me­ter, die ich zur Ver­fü­gung hatte, bei Clau­de, ChatGPT, Per­ple­xi­ty und Gemi­ni ein: Das ist das Unter­neh­men, das wol­len die von mir, wel­che Prei­se sind rea­lis­tisch, Hil­fe­eee, erstell mir ein Ange­bot. Und erhielt 4 ver­schie­de­ne Ant­wor­ten, die alle klug waren, aber unter­schied­li­che Aspek­te beleuch­te­ten; und natür­lich auch unter­schied­li­che Tipps zu mög­li­chen Prei­sen.

Ich konn­te mir dann aus allen Ergeb­nis­sen wun­der­bar einen für mich pas­sen­den Quer­schnitt bauen und ein Ange­bot erstel­len, das sowohl markt­ge­recht als auch selbst­be­wusst war. Hätte ich nur einer KI ver­traut, wäre mir diese Band­brei­te an Per­spek­ti­ven ent­gan­gen. So hatte ich das Gefühl, vier ver­schie­de­ne Bera­ter kon­sul­tiert zu haben.

Das ist für mich der eigent­li­che Game Chan­ger: Nicht die eine per­fek­te KI zu suchen, son­dern meh­re­re klug zu kom­bi­nie­ren. Jede hat ihre Nische, ihre Eigen­hei­ten, ihren blin­den Fleck. Zusam­men sind sie unschlag­bar.

Die Bekannteste ist nicht unbedingt die Beste

Wenn du Text-Unter­stüt­zung durch eine KI suchst, ver­lass dich bitte nicht blind auf den Markt­füh­rer. Nur weil alle ChatGPT ken­nen und nut­zen, ist das nicht auto­ma­tisch das beste Tool. Es lohnt sich, Alter­na­ti­ven zu ver­glei­chen und die KI zu neh­men, deren Text-Ergeb­nis­se dich am meis­ten anspre­chen.

Ich habe hier ja nicht mal alle genannt – es gibt ja auch noch Jas­per, Neu­ro­flash oder Deep AI und noch viel mehr. Pro­bier sie ein­fach mal aus. Deine Arbeit und deine Marke wer­den es dir dan­ken.

 

 

 

 

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Warum ich seit ChatGPT keine Gedankenstriche mehr benutze (oder nur noch selten)

Warum ich seit ChatGPT keine Gedankenstriche mehr benutze (oder nur noch selten)

Der Gedan­ken­strich – ein Stil­mit­tel, dank des­sen du mit­ten im Lesen eine Pause machst und die Luft anhältst. Und das aus­ge­dient hat seit – Kunst­pau­se — ChatGPT.

 

Der Gedank­strich beglei­tet mich seit mei­nem Ange­stell­ten­da­sein als Tex­te­rin in Agen­tu­ren. Ich lern­te ihn ken­nen als dra­ma­ti­sche Diva, die Sätze in Sinn­ab­schnit­te teil­te, den Leser zum Inne­hal­ten zwang und wie ein Trom­mel­wir­bel daher­kam:

 

Strah­len­de Haut, sei­di­ges Gefühl – und das ganz ohne Make-up.

Daten ana­ly­sie­ren, Pro­zes­se auto­ma­ti­sie­ren – Effi­zi­enz neu gedacht.

Wir lie­fern nicht nur Ergeb­nis­se – wir lie­fern Aha-Momen­te.

 

Spürst du die ver­meint­li­che „Span­nung“, die der Gedan­ken­strich erzeugt? Ich bin so wich­tig!, scheint er von sich selbst zu den­ken, ich brin­ge das Knis­tern in die Texte! Ja okay, eigent­lich bin ich ganz schön bil­lig, aber hey – es funk­tio­niert, oder? So wie die Texte in der BILD-Zei­tung.

Unter allen Stil­mit­tel ist der Gedan­ken­strich sowas wie der Ame­ri­ka­ner; groß­spu­rig und prot­zig, aber mit wenig Sub­stanz dahin­ter. Oh – my – god.

Beson­ders häu­fig ver­wen­de­te ich den Gedan­ken­strich in den Direct Mai­lings, die ich jeden Tag schrieb. Das gehör­te ein­fach zum Stil dazu, so wie Fet­tun­gen und Bul­let­points. „Wer­be­sprech“ eben.

Ob er immer Not tat, kann ich gar nicht wirk­lich sagen. Ich setz­te ihn meist instink­tiv. Sicher hätte ich auch statt­des­sen ein Komma neh­men und den Satz irgend­wie umstel­len kön­nen – aber zack, da war er wie­der, der Gedan­ken­strich.

Spä­ter als Selbst­stän­di­ge ver­wen­de­te ich den Gedank­strich wei­ter in den Web-Tex­ten für meine Kun­den. Da, wo er in die Satz­me­lo­die pass­te und den Rhyth­mus des Tex­tes auf­lo­cker­te, bevor man ein­schlief, da hatte er seine Berech­ti­gung.

Bis eines Tages KI an die Tür klopfte.

Genau­er gesagt, ChatGPT. Und ChatGPT stell­te mal eben die gesam­te Mar­ke­ting-Bran­che auf den Kopf.

Auf der einen Seite macht uns ChatGPT ver­dammt schnell.

Auf der ande­ren Seite aber auch sehr miss­trau­isch.

Klar, man selbst liebt die Zeit­er­spar­nis und den Kom­fort, den ChatGPT bringt, weil alles so schön schnell flutscht und wir uns kei­nen Kopp mehr machen müs­sen.

Umge­kehrt bin ich aber der fes­ten Über­zeu­gung, dass nie­mand KI-Texte lesen möch­te. Denn dann füh­len wir uns instink­tiv ver­äp­pelt und ver­un­si­chert. Wir wol­len Texte von ech­ten Men­schen lesen, nicht von KI. Nur selbst von ihr prof­tie­ren, das wol­len wir auch.

Sehr schnell fiel dann näm­lich Fol­gen­des auf:

ChatGPT hat eine gewisse Stil-Vorliebe, und zwar für den – nein! Doch! Haww! – Gedankenstrich.

Mehr als Clau­de, Per­ple­xi­ty und alle ande­ren Text-KI’s zusam­men.

Es stimmt wirk­lich: Du kannst eigent­lich keine Frage bei ChatGPT stel­len, ohne dass sich in der Ant­wort die Gedan­ken­stri­che über­ein­an­der sta­peln, und zwar auch da, wo sie kei­nen Sinn machen.

Was übri­gens nur ein Indiz von vie­len für die man­gel­haf­te Text­qua­li­tät ist. Jeden­falls fiel der infla­tio­nä­re Gebrauch des Gedan­ken­stri­ches auch schnell der Online-Com­mu­ni­ty auf. Kein Wun­der bei sol­chen Ergüs­sen:

 

Ich: ChatGPT, erstel­le einen Post über Pro und Con­tra von Text-Scha­blo­nen.

ChatGPT: Gern! Hier ist ein Post-Vor­schlag im typi­schen Lena-Block-Stil – klar, mit Augen­zwin­kern, aber fun­diert:

Text-Scha­blo­nen – Fluch, Segen oder ein­fach nur Zeit­spa­rer?

💡 „Copy, paste, Erfolg“ – klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es meis­tens auch.

 

Drei Sätze, drei Gedan­ken­stri­che. Dar­un­ter macht’s ChatGPT nicht.

Nächs­ter Ver­such, völ­lig ande­res Thema:

 

Ich: ChatGPT, kann ich statt Back­pul­ver auch Hefe neh­men?

ChatGPT: Kurz gesagt: Jein – es kommt dar­auf an, was du backen willst.

 

Da isser wie­der.

Und so ist der Gedan­ken­strich in ChatGPT-Tex­ten zum Run­ning Gag der Online-Socie­ty gewor­den und füllt mei­nen Lin­ke­dIn-Feed:

Posts, in denen steht, dass Gedan­ken­stri­che jeden KI-Text sofort ent­lar­ven.

Kon­ter-Posts, in denen erklärt wird, dass Gedan­ken­stri­che even­tu­ell ja auch ein­fach so ver­wen­det wer­den, weil man den mag und per­sön­lich da hin­ge­schrie­ben hat.

Posts, in denen drei Texte zur Aus­wahl ste­hen und man raten soll, wel­cher von ChatGPT ist. Und alle dann: Daaaa, da sind auf­fal­lend viele Gedan­ken­stri­che, es ist b)!

Und ich? Ich sehe mich bestä­tigt in mei­nem Ein­druck, dass ich KI-Texte nun anhand des Gedan­ken­strichs iden­ti­fi­zie­ren oder doch zumin­dest ver­däch­ti­gen kann.

Und: Dass es vor­bei ist.

Seit ChatGPT benut­ze ich so gut wie keine Gedan­ken­stri­che mehr. Ich kann die Din­ger ein­fach nicht mehr sehen, weil ich sie jetzt über­all sehe, und ich finde, dass die Texte arg dar­un­ter lei­den. ChatGPT hat mir den Gedan­ken­strich ver­saut.

Es ist wie mit einem Essen, das man zu oft ser­viert bekom­men hat, oder einem Song, den man irgend­wann über­hört. Es hat sich aus­ge­dan­ken­stricht. Das Ding über­zeugt nicht mehr, weil es jetzt an jeder Ecke auf­taucht. Es ist zur Flos­kel ver­kom­men.

Wenn ich jetzt Texte von ChatGPT erstel­len lasse (und das tue ich trotz oder gera­de als Tex­te­rin), dann for­mu­lie­re ich die Ergeb­nis­se nicht nur so lange um, bis sie mei­nem Anspruch genü­gen. Ich strei­che auch kate­go­risch alle Gedan­ken­stri­che raus, wo sie ersetz­bar sind. Ich will sie ein­fach ande­ren und mir selbst nicht mehr zumu­ten, und ich finde auch, die Texte gewin­nen dadurch.

Aber geht es wirklich nur um den Gedankenstrich? Natürlich nicht.

Es geht darum, Ver­ant­wor­tung für Spra­che zu über­neh­men. Darum, Mus­ter zu hin­ter­fra­gen, auch wenn sie bequem sind. Dem eige­nen Stil und der eige­nen Tona­li­tät treu zu blei­ben. Und darum, Texte zu schrei­ben, die echt klin­gen, weil sie echt gemeint sind. Nicht, weil ein Tool sie for­ma­tiert hat.

Wer schreibt, muss ent­schei­den: Was dient dem Text? Was ist bloß Gewohn­heit? Und was ist viel­leicht nur noch leere Geste?

Der Gedan­ken­strich war mal ein Stil­mit­tel.

Jetzt ist er ein Warn­si­gnal.