An wel­chem Punkt stehst du als Selb­stän­di­ger oder Unter­neh­mer grade? Bist du erst seit Kur­zem dabei oder hast schon vor eini­ger Zeit gegrün­det? Dass eine Web­site allein zu wenig ist, um online Reich­wei­te zu bekom­men, hast du jeden­falls auch schon gehört. Und nun?

Viel­leicht könn­test du noch zu Face­book, You­tube, Pin­te­rest, Twit­ter, oder…Instagram.

Aus eige­ner Erfah­rung als Tex­te­rin kann ich dir Insta­gram wärms­tens emp­feh­len.

Auf Insta­gram kannst du…

  • Kun­den aus dem gan­zen DACH-Raum akqui­rie­ren
  • deine Reich­wei­te erhö­hen
  • deine Fach­ex­per­ti­se zei­gen
  • dich mit Bran­chen­kol­le­gen ver­net­zen
  • deine Ziel­grup­pe fra­gen, was sie wirk­lich will

… und das alles kos­ten­los. Die Wäh­rung, die du inves­tie­ren musst, ist Zeit.

Wie also funk­tio­niert Insta­gram?

Im Prin­zip ähn­lich wie Face­book: Du legst einen Account an, lädst Bil­der oder Gra­fi­ken hoch und sagst was dazu. Ande­re Accounts wer­den auf dich auf­merk­sam und „liken“ mit­tels Herz­chen deine Inhal­te. Umge­kehrt folgst du ande­ren und ver­netzt dich. Com­mu­ni­ty-Auf­bau! Aus­tausch! Inter­ak­ti­on! Genau.

Was ist der Unter­schied zu Face­book?

  • Insta­gram ist visu­el­ler (Fokus auf Bil­dern, Vide­os)
  • Die User bei Face­book sind durch­schnitt­lich älter
  • Auf Insta­gram kannst du „Sto­ries“ und „Reels“ kre­ieren
  • Bei Face­book kannst du ver­lin­ken, bei Insta­gram ver­schlag­wor­ten („Hash­tags“)

Wie lange muss du war­ten, bis du Kun­den über IG bekommst?

Ich wie­der­ho­le an die­ser Stel­le gern, was alle Social-Media-Exper­ten immer sagen: Insta­gram ist kein Sprint, son­dern ein Mara­thon. Regel­mä­ßig­keit ist ange­sagt. Du kannst nicht ein­mal was pos­ten und kom­men­tie­ren und dich dann zurück­leh­nen. Feste Inter­ak­ti­ons­zei­ten hel­fen gegen den Insta­gram-Kol­ler: zum Bei­spiel vor­mit­tags zehn Minu­ten, abends zehn Minu­ten, und gut is.

Aller­dings: Sowas ist immer leich­ter gesagt als getan, ich schaff das auch nicht immer regel­mä­ßig. Und möch­te es auch nach den gan­zen Jah­ren Pla­cke­rei auch gar nicht mehr ;-).

Ist Insta­gram nicht total ober­fläch­lich?

Jein. Insta­gram ist, was du draus machst. Klar inter­es­siert sich jeder Busi­ness-Account als ers­tes für sich selbst und seine Fol­lo­wer­zahl. Und viele kom­men­tie­ren auch nur bei ande­ren, um sich selbst mehr Reich­wei­te zu beschaf­fen. „Hey, mega Bei­trag! Schau auch mal bei mir vor­bei!“ Nja…is klar.

ABER.

Es gibt dort auch sehr viele inspi­rie­ren­de, empa­thi­sche Men­schen, mit denen du dich aus­tau­schen kannst. Und wenn du dich authen­tisch prä­sen­tierst, wirst du auch Fol­lower anzie­hen, die das wert­schät­zen.

Wer zuein­an­der passt, den führt Insta­gram zusam­men. Du ent­schei­dest, wem du fol­gen möch­test, und du ent­schei­dest, wer dir fol­gen darf. Alle ande­ren kannst du igno­rie­ren.

Mich hat zum Bei­spiel 2019 die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gne­rin Sarah Hei­ne­mann bei Insta­gram ange­spro­chen, weil sie eine Online-Tex­te­rin für ein Pro­jekt such­te. Mitt­ler­wei­le arbei­ten wir seit Jah­ren als Team zusam­men und ich zähle sie zu mei­nen engs­ten  Freun­din­nen. Getrof­fen haben wir uns auch schon, obwohl sie in Frank­furt und ich in Lüne­burg lebe.

Wie ver­kaufst du Pro­duk­te bei IG?

Wenn du ein Unter­neh­men hast und phy­si­sche Pro­duk­te ver­kaufst, kannst du einen Shop bei Insta­gram ein­rich­ten. Vor­rau­set­zung ist, dass dein Account an Face­book gekop­pelt ist. Dann kön­nen deine Kun­den direkt auf deine Pro­duk­te kli­cken und zuschla­gen – eine Rie­sen­chan­ce!

Warum soll­test du als Dienst­leis­ter dein Fach­wis­sen zei­gen?

Warst du mal auf mei­nem Insta­gram-Account? Dann hast du dich viel­leicht gewun­dert, warum ich jedem Hinz und Kunz kos­ten­los Text-Tipps vor die Füße werfe :-D.

Das hat stra­te­gi­sche Grün­de. Wer sein Ange­bot online ver­kau­fen will, ist nun mal kein Laden, in den jeder rein­spa­zie­ren und sich selbst ein Bild machen kann. Also musst du zei­gen, dass du’s wert bist und dein Wis­sen prä­sen­tie­ren.

So gewinnst du das Ver­trau­en poten­ti­el­ler Kun­den und baust neben­bei eine Com­mu­ni­ty auf. Außer­dem bedeu­ten diese Tipps nicht, dass die auch jeder direkt für sich umset­zen kann.

Als ich anfing SEO zu ler­nen, habe ich auch viel von kos­ten­lo­sen Tipps ande­rer Insta­gram-Exper­ten pro­fi­tiert. Aber eini­ge Fra­gen blie­ben trotz­dem offen. Also habe ich mir bei Insta einen SEO-Coach gesucht, der dann mit mir per­sön­lich Key­word-Recher­che gepaukt hat. All­ge­mei­ne Rat­schlä­ge erset­zen nie die indi­vi­du­el­le Leis­tung!

Und last but not least ist es natür­lich auch schön zu sehen, dass du Leu­ten mit dei­nem Wis­sen wirk­lich wei­ter­hilfst.

So sah mein ers­ter Erfolg auf Insta­gram aus:

Ich habe bei Insta­gram schon oft beschrie­ben, mit wel­cher Moti­va­ti­on ich dort mei­nen Tex­ter-Account anleg­te: mit kei­ner :-D. Ich woll­te ein­fach mal gucken. Konn­te ja nicht scha­den. Mitt­ler­wei­le bekom­me ich dort jede Menge Anfra­gen. Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass jemand via Insta­gram Tex­ter suchen könn­te.

Anfangs pos­te­te ich mal ne lus­ti­ge Head­line, ein Zitat, ein Bild von mir oder was mir eben pas­send erschien. Die Gra­fi­ken dazu bas­tel­te ich – aua – in Word. Eines Tages bekam ich einen Anruf von einem Unter­neh­mer aus mei­ner Stadt. Er würde mir bei Insta­gram fol­gen und ob ich für ihn tex­ten könn­te.

Ich war völ­lig baff und ging bei­nah miss­trau­isch zum Kenn­lern­ge­spräch. Am Ende habe ich zwei Jahre lang für die­sen Kun­den getex­tet. Dank Insta­gram.

Im Moment habe ich so um die 3000 Fol­lower – eine Influen­ce­rin bin ich also nicht 😉 (als Micro-Influen­cer giltst du ab 10.000). Aber es reicht aus, um mir regel­mä­ßig neue Anfra­gen zu besche­ren.

Musst du viel Pri­va­tes von dir zei­gen?

Schwie­ri­ges Thema. Die­ses sich selbst Bespie­geln und Dar­stel­len liegt nicht jedem, was ich sehr ver­ständ­lich finde. Aber Men­schen kau­fen nun mal von Men­schen (das gilt zumin­dest für Dienst­leis­ter. Als Ver­käu­fer kannst du dich ein biss­chen hin­ter dei­nen Pro­duk­ten ver­ste­cken). Wie das bei Insta­gram funk­tio­niert? In dem du zum Bei­spiel dein Foto im Pro­fil zeigst und hier und da mal was Per­sön­li­ches erzählst. Es kommt halt immer drauf an, was du preis­gibst. Wenn du erzählst, dass du ohne 5 Tas­sen Lakritz-Tee pro Tag nicht über die Run­den kommst, macht dich das sym­pa­thisch, ohne dass du per­sön­lich angreif­bar wirst. 

Und keine Angst, es wer­den auch keine Stal­ker vor dei­ner Haus­tür erschei­nen. Davor hatte ich tat­säch­lich mal eine Zeit lang Schiss. 😀

Diese Neben­ef­fek­te pas­sie­ren kön­nen

Nach ca. einem Jahr tex­ten bei Insta­gram zeich­ne­te sich ein neues Phä­no­men ab: Ich bekam Pri­vat­nach­rich­ten von mei­nen eige­nen Kol­le­gen, ande­ren Tex­tern. Aber die woll­ten natür­lich keine Texte kau­fen, son­dern was für umme.

„Ich finde dei­nen Post über den Web­site-Fra­ge­bo­gen toll. Der würde mich selbst sehr inter­es­sie­ren, ich brau­che da noch etwas Hilfe. Kannst du mir den mal zei­gen?“

Oder:

„Kannst du mir bei mei­nem Ange­bot und der Posi­tio­nie­rung hel­fen? Und wel­chen Stun­den­satz soll­te ich neh­men?“

Meine Ant­wort lau­te­te immer: „Nein, sorry.“ So viel Zeit hätte ich gar nicht, und Sachen wie mei­nen Fra­ge­bo­gen gebe ich nicht ein­fach raus. Den habe ich mir selbst in müh­sa­mer Klein­ar­beit zusam­men­ge­schus­tert.

Wenn du irgend­wann sol­che Nach­rich­ten bekommst, stör dich nicht daran. Es ist eher ein Zei­chen dafür, dass du als Exper­te ange­se­hen wirst. Was ja auch irgend­wie nett ist. Und du kannst ja ein­fach ableh­nen.

Smartphone mit Instagram Text Beitrag von Lena Block für die Schokothek Lüneburg

Fazit

Es lohnt sich auf jeden Fall zu gucken, ob deine Zielgruppe bei Instagram unterwegs ist – und ob du sie zu Kunden machen kannst. Frisöre, Fotografen, Pflegedienste, Agenturen, alle mischen dort mit. Der Kanal ist einfach zu verstehen, übersichtlich und kostenlos. Wie Instagram für dich funktioniert, findest du learning by doing raus. Nutz die Chance und schau da mal rein!